Samstag, 29. November 2014

Krippenkind und Rabenmutter oder: Die Folgen der Fremdbetreuung (plus: One Lovely Blog Award)

Seit zwei Wochen ist meine kleine Maus nun Krippenkind. Und ich eine Rabenmutter? Obwohl die Eingewöhnung bislang mehr als reibungslos verläuft, (zumindest für die Kleine) quälen mich auf einmal diverse Zweifel? War es richtig, mein Kind mit elf Monaten schon in eine "Fremdbetreuung" (was für ein schreckliches Wort) zu geben? Ist unsere Bindung dafür stark genug? Wird die Mutter-Tochter-Beziehung darunter leiden, mein Kind eventuell sogar ein schreckliches Trauma davontragen und sich später wegen mir karrieresüchtige Rabenmutter in psychotherapeutische Behandlung begeben müssen?

Aber zunächst zu den Fakten. Die Krippe ist ein schnuckeliger Ort zum Wohlfühlen. Für 12 Kinder sind ganze fünf Erzieherinnen zuständig, die sich überaus liebevoll um die Kleinen kümmern. Meine Tochter hat ihre Bezugsperson jedenfalls sofort ins Herz geschlossen. Von der erste Minute an krabbelte sie vergnügt im Gruppenraum umher, erkundete die neue Umgebung und lachte ihre Erzieherin an. Schon am zweiten Tag büxte sie kurzerhand aus, als sie die anderen Kinder im Flur sah, die auf dem Weg nach draußen zum Spielplatz waren. Begeistert wollte sie sich der Gruppe anschließen und unternahm damit den ersten (außerplanmäßigen) Trennungsversuch von mir (dabei sollte es doch eigentlich umgekehrt sein). Am dritten Tag verließ ich dann erstmals kurz das Zimmer (also so, wie es im Buche steht: die Mutter verlässt den Raum und nicht umgekehrt). Von da an, dehnten wir die Trennungen jeden Tag um ein paar Minuten aus. Alles verlief ohne Schreie, Tränen und Proteste. Ich wartete derweil in einem extra für diese Zwecke eingerichteten Elternzimmer darauf, mein sicherlich untröstlich nach mir weinendem Kind beruhigen zu müssen, aber nichts dergleichen war nötig. In der zweiten Woche kamen dann immer mehr Kinder dazu und ich durfte mich immer länger, immer weiter wegbewegen. Beim Abschied gab es manchmal ein kurzes Aufjaulen, das ich aber sofort wieder verflüchtigte, wenn ich außer Sichtweite war. Mittlerweile bleibt meine Kleine bis kurz nach dem Mittagsschlaf in der Krippe und ist somit den kompletten Krippentag da und daher so gut wie eingewöhnt. 

Zurück an den Herd? Drei Jahre Hausfrau? Eure Meinungen bitte

Ist doch alles prima, denkt Ihr? Kein Grund zur Sorge? Kind scheint sich wohl zu fühlen, wo ist also das Problem? Richtig, die Eingewöhnung verläuft reibungslos. Das bestätigen mir auch die Erzieherinnen. Für mein Kind! Aber für mich? Ich kann mich irgendwie nicht daran gewöhnen, plötzlich den halben Tag kinderlos zu sein. Mache mir Gedanken über die Folgen der Fremdbetreuung und google mich durchs Netz nach Antworten auf meine Fragen. Und was finde ich? Beruhigung? Weit gefehlt. Ich dachte eigentlich, die Diskussion, ob ein Kind in die Krippe gehen oder besser zu Hause betreut werden sollte, wäre längst überholt. So yesterday. In anderen Ländern gehen die Mütter doch auch arbeiten. Dennoch stoße ich auf viele Expertenmeinungen, die mindestens die ersten 18 Monate eine strikte, alleinige Betreuung der Eltern fordern, besser noch zwei Jahre, einige sprechen sich sogar für die ersten drei Jahre aus. Nur in Notfällen wird noch einer Betreuung durch die Oma zugestimmt - aber bitte nur wenige Stunden der Woche. Die Eltern-Kind-Bindung sei noch nicht ausgereift, und solch frühe Trennungen von der Mutter könnten - tiefenpsychologisch gesehen - schwere Schäden verursachen. Diese Fakten würden in der politischen Betreuungsdiskussion bewusst unter dem Teppich gekehrt. Schließlich kann es sich die Wirtschaft nicht leisten, auf arbeitende Mütter zu verzichten. Auf der anderen Seite werden Krippenkindern mehr Durchsetzungskraft und Selbstbewusstsein nachgesagt, die Zahl der Abiturienten unter Krippenkindern sei höher. Zudem - so sagen die anderen Experten - sei es der Kontakt mit Gleichaltrigen so wichtig, die Fixierung nur auf eine Betreuungsperson nicht gesund, schon in der Steinzeit wurden Kinder "fremdbetreut", eine gute Krippe könne nichts kaputt machen, wohl aber das Leben der Kinder bereichern. Na, was denn nun? Gehen Kinder und Karriere also doch nicht zusammen oder nur zulasten der Kinder? Sollte ich meine Elternzeit verlängern, meine Karriere auf Eis legen, auf ein sicheres Gehalt verzichten und lieber weiter das Heimchen am Herd - äh 'tschuldigung die fürsorgliche Mutter mimen? Momentan bin ich ein wenig ratlos. Was denkt Ihr über Krippenkinder und Rabenmütter? Habt Ihr Eure Kinder in fremde Hände gegeben? Wie sind Eure Erfahrungen mit diesem Thema? Mich interessieren brennend Eure Meinungen. 


Achtung: Themenwechsel

One lovely Blog Award

Da ich kein Spielverderber sein will, mache ich mal mit bei diesem Blogger-Kettenbrief. Danke, Rebecca von Babypoo für deine Nominierung. 




REGELN

1. Verlinke die Person, die dich nominiert hat
2. Blogge die Regeln und zeige den Award
3. Veröffentliche 7 Fakten über Dich
4. Nominiere 15 Blogger und teile ihnen die Nominierung mit



Fakten über mich

1. Ich rede schneller, als ich denken kann,
2. Ich schreibe schneller, als ich denken kann.
3. Ich kann nicht singen.
4. Ich liebe Bücher.
5. Ich hasse Steckrüben.
6. Ich friere schnell.
7. Ich kann gut laut brüllen und mit Türen knallen.  

Ich nominiere.... Niemanden. Sorry, aber ich glaube, mittlerweile sind fast alle Blogger mit (Mehrfach-)Nominierungen zugemüllt worden. Wenn jemand unter Euch aber unbedingt will, schreib mir, dann hole ich es nach.

Mittwoch, 12. November 2014

Die Liste oder: Hilfe, mein Baby zieht aus!

Der erste Schritt zurück ins Berufsleben ist eine geregelte Kinderbetreuung - falls man seinen Spross nicht mit ins Büro oder auf die Baustelle (oder wo auch immer man arbeitet) nehmen will. Zum Glück konnte ich meiner Maus einen Platz in unserer Betriebskita ergattern. So weit so gut. Was ich nicht ahnen konnte: Mit der Unterschrift unter der Betreuungsvereinbarung ist es noch lange nicht getan.

Hat man sein Autogramm einmal unter den Kita-Vertrag gesetzt, ist man drin im Krippenwahnsinn. Und das lange bevor das Kind  zum ersten Mal in den Gruppenraum gekrabbelt ist. Von den unzähligen vorbereitenden Elternabenden, Bastelabenden, Elternvertreterwahlen und Kennenlerngesprächen möchte ich gar nicht erst berichten. Der eigentliche Krippenstress beginnt mit der Liste. Jenes eng beschriebenes Papier, dass all jene Utensilien aufzählt, ohne die das Kind unter gar keinen Umständen in der Kita bleiben kann.

Beim ersten Blick auf die Liste bekam ich spontan Schnappatmung und ging im Geiste noch mal sämtliche Kontostände und Spareinlagen durch. Ich würde auf jeden Fall kräftig shoppen müssen, um die geforderten Dinge pünktlich zum Start der Eingewöhnungsphase in der Einrichtung abgeben zu können. Neben den obligatorischen Windeln und Pflegeprodukten muss ich eine komplette Wind- und Wettergarnitur beschaffen (gefütterte Regenhose, die dazugehörige Jacke, Regenschuhe, -Handschuhe, -Mütze, Schal, Ersatzhandschuhe, -Mütze, -Schal etc.), Ersatzwäsche: drei Sets (Bodys, Hosen, Stoppersocken, Pullis, Strumpfhosen), Trinkflasche, Zahnbürste, Großpackung Taschentücher, Schlafsack, Pyjama und und und. Natürlich sämtliche Teile mit dem Namen des Kindes gekennzeichnet. Im Prinzip alles, was ich für die Kleine zu Hause habe, darf ich - mitsamt mehrere Ersatzsets - nun auch für die Krippe besorgen. Mittlerweile türmt sich die Krippenerstausstattung im Kinderzimmer. Wenn man den Berg an Ersatzwäsche so sieht, könnte man meinen, mein Baby zieht aus. Und mich überfällt sofort ein mulmiges Gefühl. Sie ist doch noch so klein. Knapp 11 Monate und schon schicke ich sie aus dem Haus. Was habe ich getan? Könnte ich nicht noch eine Weile zu Hause bleiben? So sagen wir ein bis 17 Jahre?

Zum Glück habe ich neben dem Betreuungsvertrag auch meinen Arbeitsvertrag schon unterschrieben. Der Drops ist also gelutscht. Es gibt kein Zurück. Meine Maus geht ab nächste Woche in die Kita und ich ab nächstes Jahr ins Büro. Doch vorerst muss ich noch ein paar Dinge auf der Liste abhaken und Mausis Köfferchen packen...
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