Sonntag, 20. Dezember 2015

"Attachment Parenting" hin oder her - warum wir alle super sind!

Es ist wieder soweit: Die Online-Muttis diskutieren - zuweilen hitzig - ob und wie viel Selbstaufgabe für das Kind von Nöten ist. Frau Chamaillion hat das zum Anlass einer Blogparade zu Thema
"Eltern in der (Auf)-Opferungsrolle – elterliche Grenzen vs. kindliche Bedürfnisbefriedigung" genommen. Hier mein Beitrag:

Mamas entspannt Euch. Ich bin sicher, Ihr macht Eure Sache fantastisch, Eure Kinder haben es gut bei Euch. In Sachen Erziehung gibt es kein Patentrezept. Jeder macht es so, wie es für ihn und das Kind am besten passt. Bei den einen bedeutet das Dauerstillen im Tragetuch oder Familienbett, bei den anderen Babysitter und Pulvernahrung. Die einen sind nur zufrieden, wenn sich sich zu 100 Prozent "attachen" ans Kind, die anderen brauchen viel Zeit für sich. Ich möchte an dieser Stelle nicht erzählen, was ich alles (nicht) gemacht habe, um die in meinen Augen best mögliche Mutter zu sein. (Ja, auch ich habe gestillt und getragen, aber auch ab und an den Babysitter bemüht und sogar alleine geduscht mit nölendem Baby im Nebenraum). 

Wichtig ist doch, dass sich letztendlich die Mutter mit sich und ihrer Rolle wohl fühlt. Denn nur so kann sie eine gute Mutter sein. Und das heißt eben - neben an die Bedürfnisse des Kindes (ich bin mir sicher, die stehen bei fast allen an erster Stelle) eben auch an die eigenen zu denken. Leute: es gibt keine Super-Muttis! Wir sind alle nur Menschen, mit eigenen Bedürfnissen. Wir müssen gut für uns sorgen, um in der Lage zu sein, auch gut für andere zu sorgen! Bitte vergesst das nicht. Ansonsten: Macht so weiter. Ihr seid alle toll. Wir sind alle toll!

Dienstag, 1. Dezember 2015

Das bin ich (nicht)!

Das wollte ich schon lange einmal schreiben: 20 Fakten über mich. To whom it may concern...

Wer ist diese Frau, die so rücksichtslos ihren eigenen Mann im Netz bloßstellt und andere zum öffentlichen Bashen aufruft? Wer ist diese Bloggerin, die anstatt Probleme privat zu lösen, diese vor allen breit tritt? Das müssen sich einige Leserinnen meiner letzten Blogparade gedacht haben. Für sie, aber auch für alle anderen, hier ein paar Fakten über mich. (Übrigens: das wollte ich schon lange mal schreiben)

  1. Ich bin keine Super-Mutti.
  2. Ich habe nicht die komplette Weleda-Produktpalette im Bad stehen (auch nicht die halbe).
  3. Ich gehe (fast nie) in den Bio-Supermarkt.
  4. Ich trenne meinen Müll nicht immer korrekt. Und ich bin nicht stolz drauf. 
  5. Ich bügele nicht.
  6. Ich bin keine DIY-Mama und habe auch keinen Dawanda-Shop.
  7. Ich kann nicht häkeln, stricken oder Knöpfe annähen.
  8. Ich esse Fleisch. Rotes Fleisch. Und meine Tochter auch.
  9. Ich habe mich zehn Jahre lang streng vegetarisch ernährt. Und zwar zu einer Zeit, als dies noch kein "Lifestyle" war und Vegetarier für pflanzenfressende Spinner gehalten wurden
  10. Ich habe keinerlei Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
  11. Ich habe (fast alle) Babybreie für meine Tochter selbst gekocht.
  12. Ich kann eigentlich gar nicht kochen.
  13. Ich gebe meiner Tochter keine Schokolade, esse sie dafür aber selbst.
  14. Ich ermutige meine Tochter Obst zu essen, rühre aber selbst keins an.
  15. Ich habe noch nie einen PEKIP-Kurs besucht - und auch nicht vor, es jemals zu tun.
  16. Ich hasse den Musikgarten-Kurs meiner Tochter, gehe aber trotzdem weiter hin.
  17. Ich finde meinen Mann (öffentlich) doof - manchmal.
  18. Ich schaue niemals den Tatort - dafür aber manchmal Rosamunde Pilcher.
  19. Ich fand meine Schwangerschaft zum Kotzen.
  20. Ich finde es toll, mich mit anderen Müttern stundenlang über Windelinhalte, Schlafprobleme, Breirezepte und Stilleinlagen auszutauschen.



Sonntag, 11. Oktober 2015

Mein Wochenende in Bildern #WIB

Samstag:

Das Wochenende startet wie immer mit einem Großeinkauf und einem großen Topf Essen. Diesmal blubbert Bolognese-Sauce auf dem Herd. Das sollte für zwei Tage reichen.


Am Nachmittag besuchten wir eine Kirmes. Ich habe für solche Märkte eigentlich nichts übrig, dachte aber, dass es an der Zeit ist, der Maus ihre erste Karrusselfahrt zu spendieren.

Der Rummel ließ sie erstaunlicherweise völlig kalt. Nur der rote Luftballon, den es auf dem Heimweg gab, konnte sie begeistern.

Somit hat der mittlerweile etwas eingefallene Minion vom letzten Wochenende zu Hause etwas Gesellschaft bekommen.


Die Maus zeigt in letzter Zeit übrigens auffallend Interesse für Hausarbeit. Nach dem Abendessen half sie mir, die Spuren zu beseitigen und wischte hingebungsvoll Stühle und Fußboden sauber. Der Mann war unterdessen schon wieder bei der Arbeit in seinem Restaurant und ich somit wie jeden Abend alleine.

Bevor es is Bett ging, musste die Maus sich erst mal müde tanzen. Ihre neue CD mit Liedern aus der Mini-Disco auf dem Urlaub ist der größte Hit. Dazu wälzt sie sich zuweilen wie ein Rockstar auf dem Boden. Hätten wir eine Bühne im Wohnzimmer und Publikum davor, würde sie ganz sicher dem Stagdiven anheim fallen. 

Trotz des wilden Getanzes daurte es ewig, bis die Maus einschlief und ich verbrachte den größten Teil des Samstagabend am Kinderbett. Würde so gerne mal am Wochenende wieder ausgehen....
.

Sonntag

Nach dem wie immer einsamen Sonntagsfrühstück (Mann bleibt gewöhnlich bis mittags im Bett, da er ja erst spät nachts heimkommt) nutzten die Maus und ich das schöne Wetter für ein bisschen Gartenarbeit. (Das Pinke da hinten ist übrigens keine Herbstblume, sondern die Maus beim Zerstören meiner Winterstauden). Ich habe zwar nicht wirklich einen grünen Daumen, trotzdem macht mir die früher so verhasste Gartenarbeit mittlerweile großen Spaß und ich genieße es mit der Maus an der frischen Luft in der Erde zu wühlen.

Nachmittag sind wir dann zu einer "Landparie gefahren und haben vor lauter Schönheit der Ausstellung auf einem alten Gutshof ganz vergessen, auf den Auflöser zu drücken. Neben Blumen, Deko-Artikeln, Möbel und Kleidung gab es auch reichlich zu essen, Wir probierten Apfel-Möhren-Kuchen am Stil. Die Maus war nicht allzu begeistert - umso besser für mich.



Ich gönnte mir stattdessen eine Flasche französischen Cidre - und konnte noch gerade verhindern, dass die Maus sich einen Schlick hiervon genehmigte. 



Zum Abendessen trafen wir meinen Eltern und gingen in ein schönes Restaurant, aber auch hier vergaß ich vor lauter Begeisterung über die tolle Lokalität  Fotos zu machen... 

Da der Mann an seinem freien Tag Kind-ins-Bett-bring-Dienst hatte konnte ich mir den Tatort genehmigen. aber auch hier schulde ich den Bildbeweis. Merke: ist echt anstrengend, ständig ans Fotografieren zu denken, besonders an einem solch schönen Wochenende wie diesem...






Sonntag, 4. Oktober 2015

Suppe, Sonne und kein Aperol: Mein Wochenende in Bildern #WIB

Ich habe es getan: ich habe tatsächlich am Wochenende mein Smartphone mit mir rumgeschleppt (liegt sonst meistens mit leerem Akku vergessen in irgendeiner Handtasche) und hin und wieder auf den Auslöser gedrückt. Hier seht Ihr, was mir so vor die Linse kam.

Freitag

Um mit möglichst wenig Aufwand, ein möglichst großes Sättigungsgefühl zu erzielen- und das das ganze Wochenende lang, stellte ich mich am Freitagvormittag brav an den Herd und kochte einen riesigen Topf Käse-Lauch-Suppe. Die Frage: "Was essen wir heute und morgen?" wäre somit beantwortet. Das Hausfrauenleben kann so einfach sein.



Für meinen aufopferungsvolle Koch-Session musste ich mich natürlich belohnen: mit einem ausgedienten Einkaufsbummel. In der prallgefüllten Tüte befindet sich sogar ein Teil für mich. 


Samstag

Den Tag der deutschen Einheit startete ich mit ein wenig Hausarbeit -und büßte dabei fast eine Fingerkuppe ein. Merke: Metallbriefkästen haben verdammt scharfe Kante. Und Sauberkeit wird sowieso vollkommen überbewertet.



Zum Glück war das Mittagessen ja schon vorgekocht - selbst mit schwer verletztem Zeigefinger schaffte ich das Aufwärmen spielend. Und der Maus schmeckte die Suppe auch am zweiten Tag.


Gut gestärkt starteten die Maus, mein Mann und ich nach dem Mittagsschlaf zu einer kleinen Radtour.



Wir stoppten an einem kleinen Café, wo wir in der warnen Herbstsonne bei einem Aperol Spritz ein wenig Sommer spielen wollten - doch leider wurden wir von der Kellnerin konsequent ignoriert und blieben auf dem Trockenen. Ob es an der Maus lag, die gut gelaunt das Treppensteigen übte?



Zum Glück besitzet mein Mann ein eigenes Restaurant, wo wir am Abend einkehrten und ich auch tatsächlich etwas zum Trinken bekam.


Abends bin ich aufgrund der Arbeit meines Mannes meistens alleine. Halt doch nicht. Als ich (nach erfolgreicher Einschlafbegleitung für die Maus) auf der Couch liege und erschöpft zur Decke blicke, winkt mir doch dieser freundliche Zeitgenosse zu.


Sonntag

Das Sonntagsfrühstück nahmen die Maus und ich wie gewohnt alleine zu uns. Mein Mann schlief noch, da er erst gegen 3 Uhr morgens Feierabend machen konnte. Jaja, das Leben einer Gastro-Ehefrau kann zuweilen ganz schön einsam sein. Die Maus matschte trotzdem fröhlich auf ihrem Tellerchen rum und kombinierte, Leberwurst, Gurke, Apfel und Käse zu einer recht eigenwilligen Frühstücksvariation.


Achja: Auch der größte Topf Suppe ist einmal leer und so zaubert ich für die Maus zu Mittag schnell ein paar Vollkornnnüdelchen (jaja, Vollkorn, ich bin eine gute Mutter, ne?). Davon habe ich ausnahmsweise aber mal kein Bild gemacht.  

Dafür knipste ich schnell einen Beitrag zum Thema Medienkonsum bei Kleinkindern. Der Fernseher bleibt bei uns zwar konsequent aus (solange die Maus dabei ist) - dafür nutzen wir das iPad zum Musikabspielen. Mittlerweile weiß auch die Maus, wie das geht und schaute sich heimlich das Lied "Mathilda die Schnecke" auf youtube an, während ich kalte Nudeln vom Boden kratzte. Ist das jetzt schon schädlich?



Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang am See und genossen wieder einmal schönstes Oktoberwetter. 


Perfekt für einen Aperol in der Herbstsonne dachte ich mir, als wir einen schönen, sonnigen Terrassenplatz in einem Café ergatterten. Leider wurden wir auch diesmal nicht bedient. Ich überlege ernsthaft, ob ich mein Deo wechseln sollte...

 Stattdessen wechselten wir die Lokalität. Doch auch beim nächsten Café hatte ich kein Glück. Zwar kam ein (schlecht gelaunter) Kellner an unseren Tisch, der beantworte meine Frage nach einem Aperol aber mit den übellaunigen Worten "So etwas führen wir hier nicht." Wie bitte? Hatte ich etwa eine Flasche Jägermeister am frühen Morgen bestellt? Na gut, ein Rose-Wein tat es zur Not auch.

An dieser Stelle streikte leider mein Handy-Akku. Also gibt es keine Fotos vom Apfelkuchen unter Apfelbäumen hinter Reetdach-Häusern, keine vom Badegeplansche mit der Maus, keine von der selbstgemachten Pizza am Abend und keine vom Rosamunde-Pilcher-Film, den ich mir nach dem Essen antue, während der Mann die Maus in den Schlaf singt, 

Und wie war Euer Wochenende?

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Mein Leben als Einschlafbegleiterin

Dass ich so lange nichts mehr gepostet habe, hat verschieden Gründe. Ein nicht ganz unwesentlicher: wenig Zeit. Denn anstatt abends auf der Couch zu sitzen, Mama-Blogszu lesen und selbst  hin und wieder ein paar Zeilen aus dem Alltagswahnsinn einer "working mom" zu schreiben, verbringe ich seit ein paar Monaten meine Feierabende mit Einschlafbegleitung deluxe. Wie es dazu kommen konnte? Keine Ahnung.

Auf einmal wurde das Einschlafen zum Problem. Was früher nur ca. 10 bis 20 Minuten in Anspruch genommen hat, entpuppt sich nun zur abendfüllenden Aufgabe. Bis zu 2 Stunden sitze bzw. liege ich allabendlich am Bettchen und warte, dass die Maus ins Land der Träume reist. Dabei frage ich mich, wie viel Einschlafbegleitung ist eigentlich normal? Und wann sollte sie ganz aufhören?


Händchen halten und Wasser trinken

Früher brauchte es nur meine Anwesenheit. Manchmal noch nicht mal die - manchmal reichte es, wenn ich vor der Tür noch laut aufräumte oder anderweitige Lebenszeichen von mir gab. Doch das ist jetzt vorbei. Seit ein paar  Monaten besteht die Maus nicht nur auf Mama neben dem Bett, nein, sie verlangt auch während des Einschlafens meine Hand zu halten. Auch ganz neu im Repertoire des Töchterlein: Alle 2 bis drei Minuten nach Wasser zu verlangen und jedes Mal nur ein bis zwei Schlucke zu trinken. Auch nachts, wenn sie aufwacht, kann nur eine Schluck aus der Pulle sie wieder zum Einschlafen bringen. Mittlerweile beherrsche ich die Kunst des im Halbschlaf Wasseranreichend buchstäblich im Schlaf. Wenn es gut läuft, muss ich diese Kunst nur einmal in er Nacht anwenden, wenn es schlecht läuft bis zu zehn Mal.

Wenn man wie ich ein äußerst ungeduldiger Mensch ist, gestaltet sich die Einschlafbegleitung zur Tortur. Irgendwann habe ich mir gesagt: "Es reicht. Das Kind lernt jetzt alleine einzuschlafen!"Von diesem Trip bin ich mittlerweile wieder runter. Die Maus schreit hysterisch, wenn ich länger aus dem Raum bin und Schreienlassen bekommt mir nicht - und ihr übrigens auch nicht. Dabei frage ich mich aber auch: Ist es irgendwann ok, das Kind kurz weinen zu lassen? An wann nimmt es keinen Schaden mehr? Dass man Babys nicht schreien lässt, ist klar, aber fast Zweijährige???

Mama muss mal

Ich habe auf jeden Fall beschlossen, weiterhin ihr die Nähe zu geben, die sie anscheinend braucht, um  nach einem ereignisreichen Tag abzuschalten und in den Schlaf zu finden. Gleichzeitig möchte sich die aber auch langsam daran gewöhnen, auch länger mal alleine zu sein und irgendwann alleine einzuschlafen. Dabei möchte ich, dass sie weiß, dass ich im Notfall immer da und sofort zur Stelle bin. Also gehe ich hin und wieder kurz raus, mit der Begründung mal zur Toilette zu müssen oder was zu holen. Dann kehre ich schnell wieder. Solche kurzen Abwesenheiten klappen ganz gut. Die Betonung liegt auf "kurze".

Kindliche Selbstbefriedigung?

Wenn sie dann endlich mal zur Ruhe komme, greift sie sich ihre Stofftiere, stopft sie sich zwischen die Beine und fabriziert so eine Art "Selbstbefriedigung". So ruckelt und ruckelt sie hin und her, hin und her, bis sie vor Erschöpfung irgendwann einschläft. Aber wie gesagt, bis dahin können Stunden vergehen. Ist das noch normal? Machen Eure Kinder das auch? Der Arzt meinte, kein Problem, die Kinder merken halt irgendwann, dass "da unten" schöne Gefühle ausgelöst werden können, und nutzen dies auch zum Runterfahren. Ich bin dennoch leicht irritiert, wenn das Mäuschen allabendlich keucht und stöhnt.


"Das Kaninchen, das so gerne schlafen will" 

Zurzeit  probiere ich ein vermeidliches Hilfsmittel nach dem anderen, von dem ich hoffe, das es die Zeit bis zum Einschlafen verkürzen kann. Neben Spieluhr, Gute-Nacht-Geschichten, Beruhigungsmusik und Einschaf-Cds (alles wirkungslos) habe ich "Das Kaninchen, das so gerne einschlafen will" aus der Trickkiste gezogen - aber noch nicht ausprobiert. Kennt jemand von euch dieses Buch? Es ist von einer Sprachwissenschaftlerin geschriebe und soll durch eine besondere Art des Vorlesens unruhige Kinder innerhalb von wenigen Minuten in den Schlaf bringen. Sobald ich mir diese Technik angeeignet und angewendet habe, berichte ich darüber.

Montag, 29. Juni 2015

Mein 1. Wochenende in Bildern #WIB

So liebe Netzgemeinde, auch ich habe es tatsächlich geschafft, am Wochenende hin und wieder auf den Auslöser zu drücken, um Euch ein paar Bilder von unseren freien Tagen zu liefern. Was sich so einfach anhört, erwies sich als schwieriger als gedacht: Entweder hatte ich mein Handy vergessen oder vergaß, im richtigen Moment ein Foto zu machen. Und das, was ich dann letztendlich vor die Linse bekam, entpuppte sich beim näheren Hinsehen als gar nicht sooo spannend.

Hier also meine  (langweiligen) Eindrücke. Ich gelobe Besserung.

Freitag
Am Nachmittag startete die Maus in einen 24-Stunden-Urlaub bei Oma und Opa. Mein Mann und ich hatten los sturmfrei und genehmigten uns einen kleinen Ausflug durchs Nachtleben, den wir allerdings aufgrund des plötzlichen Bedürfnisses nach langen und ungestörten Schlaf vorzeitig beendeten. Und nein - von den Abendaktivitäten gibt es keine Bilder - das Handy hatte ich natürlich zu Hause liegen lassen.

Samstag
Natürlich war ich pünktlich um sieben Uhr wach, schaffte es aber dennoch, noch ein paar Stunden zu dösen, bevor mein Mann und ich in die Innenstadt radelten und den Tag, mit einem Frühstück starteten (Auch hier: sorry, kein Bildbeweis, habe einfach nicht dran gedacht). 

Gestärkt stürtzten wir uns ins Shopping-Getümmel - "Midseason Sale" heißt hier das Zauberwort. Dieses Shirt erstand ich für gerade einmal zwei Euro.


Wieder zu Hause war Zeit für Entspannung. Meine derzeitige Sommerlektüre seht ihr hier:

Diesen Schmöker genoss ich bei schönstem Wetter in unserem Garten, den ich kurz zuvor noch mit ein paar Solar-Lampions geschmückt hatte.

Am späten Nachmittag war die Maus dann wieder bei uns und die Ruhe vorbei. Zur allgemeinen Stärkung gönnten wir uns Pizza - natürlich unter freiem Himmel.


Das Bettgehrital verschob sich um eine halbe Stunde nach Hinten, da die Maus erst noch ihre neuen Gummistiefel bei uns im Flur einlaufen wollte.

Sonntag
Die Mau erwies sich als wahres Sonntagskind, sie ließ uns bis halb neun schlafen und futterte uns danach die Erdbeeren weg.

Da das Wetter sich immer noch von seiner besten Seite zeigte, verbrachten wir den Vormittag bei uns im Garten. Dort ließ die Maus ihre heiß geliebte Sandkiste links liegen und versuchte sich stattdessen lieber im Gartenstuhl-Climbing.

Nach dem Mittagsschlaf machten wir einen kleinen Ausflug ans Meer. Vor lauter Im-Beach-Club-Gechille und Im-Sand-Gebuddele vergaß ich wieder mal, genügend Fotos zu machen.

Abends hatten wir Mühe, den hartnäckigen Mix aus Sand und Sonnencreme vom Kind zu waschen. Doch das Badecape sieht fesch aus, oder? ;))

So - das war's. Ein total entspanntes Wochenende mit nicht ganz so spannenden Bildern 


Dienstag, 23. Juni 2015

Schlaf(mangel) macht erfinderisch. Oder: Genfangen in der Phase des Grauens

Alles nur eine Phase. Kennt Ihr das? Sicher kennt ihr das! Mal schlafen die Kleinen schlecht, mal quaken sie tagsüber rum, verweigern ihr Essen oder trotzen was das Zeug hält. Kein Problem. Ist ja nur eine Phase. Nach ein paar Tagen oder Wochen ist der Spuk wieder vorbei, und eine neue Phase beginnt. Doch was ist, wenn diese eine Phase scheinbar nie enden will, man sich gefangen fühlt in einer Endlosschleife aus der Hölle? Oder die Phase sich zunehmend verschlechtert? Das passiert mir nämlich gerade Und täglich grüßt das Murmeltier. Oder in meinem Fall, das schlaflose Schreikind. Was ist passiert?

Jetzt mal ganz von vorne. Wie unsere Schlafsituation war, habe ich hier schon einmal beschrieben. Für alle, die sich diesen endlosen Depri-Bericht nicht antun möchten,  hier die Kurzversion: die Maus schlief anfangs bis auf die nächtlichen Stillpausen gut, dann kurz aufgrund akuten Milchmangels sehr schlecht, nach Umstellung auf Flaschennahrung und dann Einführung der Beikost auf einmal durch und daher wieder gut. Bis sie so mit 10 Monaten wieder häufiger nachts wach wurde, sich unruhig im Bett hin und her wälzte, viel im Schlaf weinte. Seitdem geht es tendenziell stetig bergab. Wobei der absolute Tiefpunkt (hoffentlich) schon hinter uns liegt. Als Mausis erste Backenzähne durchbrachen, verbrachten wir (mit kurzen Unterbrechungen) 8 Wochen irgendwo zwischen schlaflosem Wachkoma und wachem Tagesschlaf. 

Die Maus muss raus

Als das schlimmste überstanden zu sein schien, die Nächte aber immer noch sehr unruhig waren, beschloss ich: Die Maus muss ausziehen. Raus aus dem Eltern- und rein ins bis dahin recht verwaiste Kinderzimmer. Als mein Mann (die eigentliche Oberglucke bei uns im Haus) eines Tages auf Dienstreise war, ergriff ich die Chance und schob klammheimlich ihr Bettchen ins Nebenzimmer und unseres wieder so, wie es vor der Ankunft der Maus mal gestanden hatte. Die ersten zwei Nächte in der neuen Umgebung verliefen erstaunlicherweise gut. Da wir noch ein Ausweichbett im Kinderzimmer haben,  konnte ich sie wie gewohnt in den Schlaf begleiten, musste allerdings auch ein bis zwei Mal in der Nacht aufstehen, um sie wieder in den selbigen zu streicheln. Die, vielleicht etwas naive Hoffnung, die Maus würde ohne uns endlich richtig durchschlafen, da wir sie nicht mehr „stören“, erfüllte sich natürlich nicht. Nach ein paar Tagen wurde uns das nächtliche Hin- und Herumgewandere dann zu anstrengend und einer vor uns schlief (erst ab dem ersten Quaken, später dann von Anfang an) mit ihr im Kinderzimmer. Toll. Da hatten wir endlich das Elternschlafzimmer für uns, das Kind schlief endlich im eigenen Zimmer, alleine für uns waren wir trotzdem nicht. Als es dann morgens immer eher hell wurde, merkten wir schnell, dass die Verdunkelung im Kinderzimmer ihren Namen nicht verdiente, da die Maus mit den ersten Sonnenstrahlen wach in ihrem Bettchen quiekte. Wir beschlossen also, hier nachzubessern und holten die Maus samt Bettchen für die „Übergangszeit“ wieder zurück zu uns. Alles auf Anfang…

Kein Feierabend in Sicht

Im stockdunklen Schlafzimmer schlief es sich tatsächlich besser- wenn auch noch immer nicht durch. Ein paar Tage zumindest. Dann kam eine neue Phase. Eine noch viel schrecklichere. Zunächst dauert es ewig, bis die Maus abends einschlief. Vor neun Uhr war sie nie zum Schlafen zu bringen – manchmal dauerte es sogar noch länger. Mein Feierabend war damit abgeschafft, meine Aktivitäten in sozialen Netzwerken (für die ich mit oft den Abend reservierte) schrumpften auf ein Minimum. Ich schob alles auf den laut „Oje ich wachse“ letzten Entwicklungssprung, denn auch tagsüber wurde es bei uns schwierig. Trotzanfälle, Rebellion, schlechte Laune und Essensverweigerung waren an der Tagesordnung. Nachts wurde sie oft weinend wach, bekam sogar regelrechte Wutanfälle und war nur schwer wieder zu beruhigen. Nur mein Mann konnte sie nachts noch halbwegs zur Ruhe bringen. Da ich morgens früher raus muss, und er oft noch zwei, drei Stündchen dran hängen und im Bett bleiben kann, schlief ich nun immer öfter alleine im Kinderzimmer. Mit Oropax und schlechtem Gewissen. Ich war aber mittlerweile so dünnhäutig, dass ich noch mehr durchwachte Nächte mit anschließenden Bürotagen einfach nicht mehr verkraftet habe. Ich erwog sogar, meinen Job zu kündigen. Beides schaffe ich einfach nicht, dachte ich mir. Keinen Schlaf plus Bürojob, Kind und Karriere. Das geht irgendwie nicht zusammen.

Gaaanz langsam wurde es dann ein wenig besser. Die Maus schlief bis ca. 4 oder 5 Uhr, weinte dann laut, durfte zu meinem Mann ins Bett, quengelte dann noch ein wenig weiter und schlief dann wieder ein.

Nacht aus der Hölle

Am Wochenende geschah dann das Wunder. Die Maus schlief! Durch! Lediglich ein Mal verlangte sie nach einem Schluck Wasser (ihr neuster „Tick“), schlief dann aber sofort weiter. Puh, geschafft, dachte ich mir. Entwicklungsschub überstanden. Hah, zu früh gefreut. In der Nacht von Sonntag auf Montag, kam der nächtliche Terror mit voller Wucht zurück. Gegen Mitternacht wachte die Maus auf, schrie wie am Spieß, wollte sich von mir nicht hochnehmen lassen, machte sich steif, wieder ins Bett zurück wollte sie aber auch nicht. Bei meinem Mann auf dem Arm, wurde sie dann aber sofort ruhig.Wir legten sie zu uns ins Bett, wo sie sich zwei Stunden hin und her wälzte, bis sie wieder anfing zu weinen. Der Versuch, sie wieder zurück ins Bett zu legen, scheiterte, sie schrie um so mehr. Im Bett bei uns aber auch. Kein Singen und gut Zureden half. Nach vier Stunden (ich hatte bis dahin noch nicht geschlafen), war ich nervlich so durch, dass ich sie anschrie und unsanft wieder ins eigene Bett legte. Das Geschrei wurde so natürlich noch lauter und ich fühlte mich noch von Schuldgefühlen geplagt mieser. Mein Mann meinte dann, ich würde sie stören, sie bräuchte mehr Platz im Bett, ich solle doch nach nebenan gehen. Das fand ich unerhört. Ich fühlte mich ausgebootet, vertrieben, eine Versagerin, die weggeschickt wird. Es folgte ein kleiner Streit, woraufhin Mann und Maus das Zimmer verließen. Im hellen Kinderzimmer gab es aber auch keinen Schlaf. Mein Mann gab auf und Schickse die Maus wieder rüber. Sie stand plötzlich vor meinem Bett und rief gut gelaunt „Hi“.  Ich schickte die beiden dann ins dunkle Zimmer und verkroch mich ins Kinderschlafzimmer. Endlich schlief die Maus. Zwar ohne mich, aber immerhin schlief sie.  Ich war stattdesen aufeinmal hellwach. Irgenbdwie schaffte ich es dann doch noch für 30 Minuten wegzudösen, bevor auch schon der Wecker klingelze und der grauenvolle Montag begann.

Jetzt bin ich müde, ratlos und verzweifelt. Und brauche Euren Rat:

  •        Habt Ihr sowas auch schon erlebt. Habt Ihr Tipps für mich?
  •        Habt Ihr auch schon mal euren Kind gegenüber die Nerven verloren und es    angeschrien? Wie kann man dem vorbeugen?
Freue mich über Ideen und Anregungen zum diesem Thema. 

Dienstag, 2. Juni 2015

Reif für die Insel: Kurzurlaub mit Maus und Mama



Nach dem ich knapp 6 Monate ohne Urlaub durchgearbeitete hatte, standen endlich ein paar freie Tage auf dem Programm. Diese verbrachten die Maus, meine Mutter und ich auf unserer "Familieninsel",  auf der wir schon in der Kindheit viele Ferien verbracht haben und die für mich zu einem Stück Heimat geworden ist.  Einmal im Jahr versuchen wir daher, ein paar Mutter-Tochter-Tage dort einzulegen. Für die Maus ist dies schon der dritte Inselurlaub: vor 2 Jahren in meinem Bauch (als ich leider die ganze Zeit entweder würgend über eine Toilettenschüssel oder halb ohnmächtig im Strandkorb verbracht habe), letztes Jahr als als fast durchgängig schlafendes (bis auf nachts natürlich) Baby.  Und nun als Kleinkind mit knapp 1,5 Jahren. Und so ist es gelaufen:

Tag 1

Die Anreise verlief unspektakulär. Dank Oma auf dem Rücksitz verkniff sich die Maus das Quaken und wir kamen entspannt an der Fähre an. Die Überfahrt war ruhig, es gab genügend Auslaufmöglichkeiten und Bockwurst zu Mittag. Den Weg zur Ferienwohnung legten wir zu Fuß zurück, rollten Buggy und Koffer abwechselnd. Der Plan: Die Maus so zum Mittagsschlaf zu bringen, da wir erst um 14.15 Uhr in die Wohnung konnten. Der Plan ging leider nicht auf. Ich lief und lief und lief kreuz und quer über die Insel, doch die Maus macht - abgesehen von 2 Minuten - einfach keinen Mittagsschlaf. Entnervt gab ich auf."Dann eben keinen Mittagsschlaf", dachte ich. Denn ich rechnete nicht damit, meine Kleine noch so spät und dann in einer fremdem Umgebung zum Schlafen zu bekommen.

Zum Glück belehrte mich Miss Surprise eines Besseren. Kaum entdeckte sie nach der Ankunft in der Ferienwohnung das Kinderreisebett im Schlafzimmer, kratzte sie ganz aufgeregt ans Gitter und wollte am liebsten gleich hineinspringen. Also zog ich sie schnell um, ließ die Jalousien runter (Gott sei Dank gab es eine exzellente Verdunkelung) und legte die Maus hin. Nachdem sie ca. 5 Minuten ihr neues Bettchen erkundet und das Gitternetz auf Kratzfestigkeit überprüft hatte, schlief sie ein. Ich war baff. Ich genoss die 2 verspäteten Mittagsstunden mit einem Buch auf dem zur Sonne (ja, sie ließ sich tatsächlich ab und an blicken) ausgerichteten Balkon.

Nachdem Mittagsschlaf machte wir uns auf den Weg zum Meer. Mittlerweile war es ganz schön stürmisch geworden aber das machte uns nicht viel aus. Wir waren ja dick eingemurmelt (und das Ende Mai) und genossen einfach die frische, salzige Luft. Irgendwann hatte Mausi keinen Bock mehr auf Buggy und ich schnallte sie mir kurzentschlossen mit dem Bondolino auf den Rücken. Derart bepackt bummelten wir noch ein wenig durch die Fußgängerzone. Ganz schön sportlich. Dank meines mitgebrachten Schrittzählers konnte ich ermitteln, dass ich jeden Tag rund 15. 000 Schritte gegangen bin, einen Teil davon mit 11 Kilo-Kind auf dem Buckel. Kein Wunder, dass ich abends immer so ausgehungert war.

Nach einem Zwischenstopp auf ein Stück Kuchen im Strandcafé, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Abends gingen wir zu einem ganz gemütlichen Italiener, wo die Kleine ihre Kinderpasta leider verschmähte und stattdessen lieber die Spaghetti Carbonara ihrer Oma plünderte.  Da die Mittagspause ja sehr spät war, hielt die Maus am Abend länger durch, so dass wir gemütlich unsere Wein austrinken konnten und erst gegen 9 Uhr  zurück in der Wohnung waren. Diesen Rhythmus behielten wir dann den gesamten Urlaub bei.

Die Nacht verlief sehr geruhsam. Müde von der vielen frische Luft, schlief die Maus problemlos ein, erst um sieben Uhr wachte sie - vermutlich von einem schlechten Traum  - kurz auf und weinte, schlief dann aber bei mir im Bett schnell weder ein und bis 9 Uhr weiter.

Tag 2

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns wieder auf den Weg zum Strand. Dort gibt es einen tollen Kinderspielplatz, wo wir die Maus ausgiebig schaukeln und rutschen ließen.  Danach ließen wir sie mit dem neu gekauften Eimer-Schaufel-Set ein wenig im Sand buddeln, bevor wir uns weiter ans Wasser wagten. Dort steckten wir die Maus schnell in Matschhose und Gummistiefel und brachte ihr das Muschel-Sammlen bei. Dabei mussten wir sie immer wieder davon abhalten, sich kopfüber in die kalten Nordseefluten zu stürzen.

Mittags legten wir eine Pause in unserem Lieblingsstrand-Restaurant ein, das wir allerdings ziemlich schnell wieder verließen, weil die Kleine arg quengelte und uns so deutlich signalisierte, das jetzt Zeit für ein Päuschen sei.

Nach dem Mittagsschlaf  mieteten wir uns Fahrräder plus Anhänger und machten uns auf eine kleine Spritztour durch die wunderschöne Dünenlandschaft.  Unseren täglichen Kuchen plus Aperol Spritz gönnten wir uns in einem auf der Außenterrasse eines Strandlokals. Dort unterhielt die Maus die im Inneren sitzenden Gäste, indem sie abwechselnd ihren Mund und den Popo gegen das  Terrassenglas drückte und dazu dekorativ mit dem Hintern wackelte. Mittlerweile war es richtig warm geworden und wir ruhten uns noch ein wenig am Strand aus, wo die Maus uns mit Sand bewarf.



Abends hatten wir (zum Glück) eine Tischreservierung in einem ostfriesischen, sehr kinderfreundlichem Restaurant. Die Maus bekam eine Maltafel zum Zeitvertreib und Fischstäbchen zum Essen. Die mitgelieferten Pommes verschmähte sie (zum Glück), dafür löffelte sie das Ketschup-Schälchen aus. Eine herrliche Sauerei. Nach einem Absacker in einer Strandbar, wo die Maus sich unsterblich in einen Hund verliebte und ihre Zuneigung durch zärtliches Anbellend des Vierbeiners demonstrierte,  ging es wieder "Heim" in die Wohnung.

Tag 3

Nach einer wieder sehr erholsamen Nacht und langen (dieses Mal ohne "Zwischenfall" starteten wir den Tag mit ausgiebigem Shopping. Mittags ging es wieder in "unser" Strandcafé und dann schnell nach Hause zum Mittagsschlaf. Am Nachmittag spazierten wir wieder zum Stand. Leider war es derart windig, dass wir nach kurzer Zeit alle wie panierte Schnitzel aussahen und es vorzogen, auf einen Aperol ins Strandcafé zu flüchten.  Abends suchten wir erst vergeblich einen freien Tisch in einem Restaurant, kamen schließlich bei einem eher unterdurchschnittlichen Italiener unter. Egal. Die Maus machte alles tadellos mit und war glücklich -und wir daher auch.

Tag 4

Nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen zusammen, deponierte unsere Koffer in den Flur und machten uns zum letzten Mal auf den Weg zum Strand. Einen kurzen Spaziergang und einen Abschiedscafé später, ging es auf zum Hafen.
Na, habt ihr es erkannt?

Auf dem Schiff ergatterten wir einen Fensterbank und winkten unserer Insel zum Abschied noch einmal zu. Dank des Min-Spielplatzes an Bord verging die Zeit wie im Flug.

Auf der Autofahrt zurück sollte die Maus dann endlich ihren Mittagsschlaf machen. Eigentlich. Rund 20 Minuten quengelte und weinte sie in ihrem Kindersitz, bis sie endlich doch noch in den Schlaf fiel.

Zu Hause

Verwöhnt durch drei super lange Nächte und weitgehend quengelfreie Tage traf mich die Realität zu Hause um so härter. Die Maus hatte schlechte Laune aufgrund des Urlaubendes und schlief abends ewig nicht ein wegen aufgrund des geänderten Tagesablaufs mitsamt frühen Essens- und Schlafenszeiten.

Fazit

- die Maus ist ein prima Urlaubskind, ich konnte mit ihr fast genau die gleichen Sachen machen wie ohne Kind
- nach der Rückkehr in den Alltag ist sie allerdings unausstehlich. Eigentlich nicht ungewöhnlich. ;))


Mittwoch, 13. Mai 2015

Meine Wochen in der Zahnungshölle - eine unendliche Geschichte in mehreren Akten

Au Backe! Ist Ostern etwas schon so lange her? Von dann ist nämlich mein letzter Blogpost. Damals klagte ich schon über schlaflose Nächte - nichtsahnend, dass der Höhepunkt der Insomnie noch lange nicht erreicht war. Hier eine Zusammenfassung der letzten sehr kräftezehrenden Wochen, in denen ich diesen Blog mal einfach links liegen lassen musste.

Zum Schreien: Bald sieht's in Mausi
Mund wohl so ähnlich aus wie in meinem

Der Zahn der Zeit

Grund für diese anstrengende Zeit waren die kleinen Mausezähnchen, die sich dazu entschlossen, alle brav nacheinander und in quälendem Zeitlupentempo durchzubrechen und mit jedem sichtbaren weißen Eckchen jeweils einen Infekt mit anzuschleppen.

Dabei fing das Zahnen so harmlos an. Mit fünf Monaten bahnten sich die Schneidezähne, begleitet von nur wenig Gequengel und einer leicht laufenden Nase, den Weg nach oben. Puh, Glück gehabt, kein Fieber, kein Geschrei, dachte ich und wähnte mich in Sicherheit. Belächelte all die verzweifelten Mamis, die mit Bernsteinkettchen und Globuli gegen das dolle Zahnaua ihrer Kinder in den Kampf zogen.

Nachdem alle acht Schneidezähnchen durch waren, folgte erst mal nichts mehr. Stillstand, kein Zahn weit und breit. Doch dann eines grauen Märztages entdeckte ich: geschwollenes Zahnfleisch, Schniefnase und schlechte Laune. Die ersten Backenzähne (oben) waren auf den Weg. Was dann folgte war ein dreiwöchiges Martyrium, gekennzeichnet durch Fieber, das auch mit Nurofen-Saft nicht zu bändigen war, Gekreische und Geschrei all night long und dazu ein böse, böse Erkältung inkl. Hals- und Ohrenentzündung. Tag und Nacht trugen mein Mann und ich die Maus durch die Gegend, sangen, schuckelten, säuselten beruhigende Worte und griffen ganz tief in den Zahnungs-Trickkiste. Probierten alles von Globuli, Gel, über Beißring, kalte Waschlappen, bis hin zu Zäpfchen und Co. Nichts, aber auch gar nichts half. An Schlaf war nicht zu denken. Erst in den frühen Morgenstunden schlief die Maus bei uns im Bett ein - kurz bevor ich eigentlich zur Arbeit und sie damit in die Kita bringen musste. Das Mausemädchen war so fertig, dass wir sie zwischendurch wochenweise zu Hause ließen, die Betreuung anderweitig organisierten. Mal blieb mein Mann, mal ich zu Hause.War ich bei der Arbeit, schlief ich regelmäßig fast am Schreibtisch ein oder gab mich unfreiwillig Tagträumen hin - produktiv war diese Zeit nicht.

Völlig entkräftet zählte ich jeden morgen aufs Neue nach. Zähne schon da? Wieviel schon zu sehen? Nach zwei Tagen Terrorpause dann wieder Geschrei. Bei der morgendlichen Mundinspektion sah ich die Übeltäter: Nun wollten die oberen Backenzähne nach draußen. Der Wahnsinn begann von vorn - wenn auch mit leicht abgeschwächten Symptomen. Nach zwei erneuten Schontagen der nächste Schreck: Die unteren Eckzähne bahnten sich langsam aber sicher ihren Weg aus Mausis Zahnfleisch. Also wieder Geschrei und mächtig Schnupfen.

Momentan sieht man schon zwei kleine Eckchen durchschimmern - aber leider noch etwas anderes - geschwollenes Zahnfleisch im Oberkiefer, dort, wo hoffentlich bald die oberen Eckzähne sitzen. Denn die machen sich gerade bereit für ihren langen Weg nach draußen. Achja: und das Mausenäschen läuft immer noch wie verrückt, dazu kommt noch ein leichter Husten, der mittlerweile auch auf mich übergesprungen ist -  mitsamt Halskratzen und Schnupfnase. das Gute: es fehlen nur noch die hinteren Backenzähne. Dann sind wir raus aus der Zahnungshölle. Hoffentlich.

To be continued..


Mittwoch, 8. April 2015

Unser Osterwochenende im "Hotel Oma"

Ostereierpflücken an
frischer Landluft
Nach den letzten drei Horror-Wochen mit nächtlichem Gebrüll und permanenter Schlaflosigkeit haben wir über das lange Osterwochenende äußerst entspannte, sonnige, Tage verlebt und sogar hin und wieder ein paar Stunden geschlafen. Möglich gemacht hat das die heilsame Wirkung von einem Aufenthalt im Hotel Mama bzw. Oma. 

Das liegt nicht nur landschaftlich schön und in der frischesten Landluft (mal abgesehen von vereinzelt vorbeiziehenden gaaanz schwachen Güllefähnchen) – nein: von der kindgerechten Ausstattung können ich so manche Familienhotels noch etwas abgucken.  Das Komplettpaket beinhaltete neben Babybett, Wickeltisch, Windelpakete, Hochstuhl, Lätzchen, Kinderbesteck und –Teller sowie Trinklernflaschen auch Spielzeugkiste mitsamt Inhalt sowie eine Auswahl zuckerfreier Kindersnacks. Darüber hinaus im Hotelangebot: Vollpension, Wäschereiservice und Kinderanimation am Nachmittag. Was will man mehr?

Am Donnerstag checkten die Maus und ich in unserer Wellnessanlage ein. Zunächst stand eine vorsichtige Eingewöhnung gepaart mit sanften Erkundungsgängen an meiner Hand übers Terrain auf dem Programm. Die Maus zeigte sich zunächst sehr schüchtern und wollte – bei aller Neugier – partout nicht von meinem Rockzipfel lassen. Nach und nach taute sie aber ein wenig auf und freundete sich mit der neuen Umgebung an. Der letzte Besuch lag nämlich schon ein paar Monate zurück. Das Schlafenlegen verlief erstaunlicherweise schnell und problemlos, nur nachts hatte sie wieder einige Jammer- und Weinmomente, aus der sich sie aber streichelnderweise wieder schnell herausholen konnte. Insgesamt schliefen wir recht gut.   

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Freitagmorgen erkundeten wir das Außengelände. Unsere kleine Exkursion führte uns zu unseren Nachbarn, die neben 2 Pferden auch 2 Hunde und auch eine große Sandkiste und einen Enkelsohn im gleichen Alter besitzen. Die Maus war hin und weg. Besonders der große weiße Hund hatte es ihr angetan. Freudestrahlend lief sie immer wieder hinter ihm her, während mir das Herz in die Hose rutschte, und ich die Maus schon mit schweren Beißverletzungen am Boden sah. Alle Beteuerungen der Besitzerin, dass Lotti lieb und kleine Kinder gewöhnt sei, konnten mich nicht beruhigen. Ich blieb wachsam. Trotzdem hatten alle ihren Spaß. Nach so viel Toberei an der frischen Luft schmeckte das Mittagessen doppelt lecker und der Mittagsschlaf verlief problemlos. Auch ich ergriff die Chance und haute mich für 2 Stündchen aufs Ohr. 

Am Nachmittag stand für die Maus dann eine kleine Dorfbesichtigung mit Oma und Opa an, während ich auf der Couch lümmelte und ein Buch las. Die Nacht war bis auf einen kleinen Zwischenfall ruhig. Um kurz nach 11 (ich war gerade dabei ins Land der Träume hinüberzugleiten) wurde die Maus wach und schrie sich die Seele aus dem Leib. Nahm ich sie hoch, schrie sie noch mehr und wollte zurück ins Bett, legte ich sie dort ab, schrie sie dennoch weiter. Das sonst so beruhigende Streicheln durch Gitterstäbe wies sie wütend zurück. Ich war macht- und ratlos. Nach 10, 15 Minuten war der Spuk zum Glück vorbei und sie schlief ein und dann durch bis zum Morgen.

Fanta aus der Nuckelflasche und betrunkene Bauern

Am Samstag untersuchte ich (noch immer geschockt von der nächtlichen Schreiattacke) den Mausemund und fand zwei weitere Mauszähnchen im Oberkiefer, die dabei waren, sich ihren Weg nach draußen zu bahnen. Ob das der Grund für die Schreierei war? Nach dem Frühstück ging es wieder nach draußen zum Spielen, wo die Maus sich hingebungsvoll mit Steinen, Stöcken und Erdklumpen beschäftigte. Nach der ausgiebige Mittagsstunde, bei der auch ich wieder ein wenig Schlaf nachholen konnte, ging es zurück in die Natur. 

Am Nachmittag veranstalteten unsere Nachbarn ein kleines Osterfeuer, bei der nicht nur Gartenabfälle verbrannt, sondern auch die ersten Bratwürste übers Feuer (gut es war der Elektrogrill) gehalten wurde. Dort staunte ich dann zum ersten Mal über die Essgewohnheiten der Landkinder (ok,, ich war auch mal ein solches, hatte das aber irgendwie anders in Erinnerung). Neben Chips und Salzstangen futterten die mitgebrachten Kleinkinder ganz selbstverständlich Schokomuffins und zum Trinken gab es Fanta aus der Nuckelflasche. Meine Maus musste sich mit Leitungswasser und Hirsekringel begnügen, schaffte es aber irgendwie doch an die Salzstanden zu kommen -  und  war von dem Moment an "drauf". In Rekordtempo verputzte sie eine Salzstange nach der anderen, und ich gab mich geschlagen, kratzte lediglich das Salz ab und willigte ein. Immerhin besser als Chips und ist ja Ostern sagte ich mir.

Mittlerweile war auch mein Mann zu uns gestoßen, der die Tage davor mit seiner Mutter bei Verwandten verbrachte, bevor sie in Kürze wieder zurück nach Teheran fliegt. Zusammen badeten wir die Kleine (also ich badete mit ihr und er assistierte beim Haarewaschen und Abtrocknen) und verfrachteten die Maus ins Bett.

Ich machte es mir dann im Pyjama auf der Couch gemütlich und wartete darauf, dass der Riesling im Froster schnell auf die ideale Trinktemperatur herunterkühlte. Meine zwischenzeitlich leicht angeschickerte Mutter durchkreuzte meine gemütlichen Trink-Pläne und überrede mich doch noch auf eine Bratwurst mit rüber zu den Nachbarn zu gehen, die ihr Osterfeuer mittlerweile abgefackelt und sich in der Scheune zum Umtrunk zurückgezogen  hatten. Das Babyphone würde bis dahin reichen, versicherte sie mir. Auf mein Drängen hin, schloss sie dann tatsächlich noch die Haustür ab („Abschließen? Ach was, hier kommt doch nix weg.“) Mein Mann, den ich eigentlich schon auf dem Heimweg wähnte (er wollte nach all den Nächten auf der ungemütlichen Besuchercouch bei seinen persischen Verwandten endlich mal wieder ins eigene Bett), hatte den Absprung auch nicht geschafft und stand grinsend inmitten mittelstark bis stark alkoholisierter Landwirte. Er lachte und plauderte und schien sich wirklich wohl zu fühlen. Zwischendurch musste er einmal erste Hilfe leisten, als einer der Festgäste alkoholbedingt hintenüber kippte und mittels Leitungswassers wiederbelebt werden musste.  „Das ist besser als Fernsehen“, raunte mir mein Göttergatte hin und wieder begeistert zu. Dennoch verließen wir die Show rechtzeitig. Die Nacht verlief bis auf einen kleinen Aufwacher relativ ruhig, sodass wir gut erholt in Ostersonntag starten konnten.

Rutsche runter und gleich
wieder rauf: Mausis neue
Lieblingsbeschäftigung 
Nach dem Frühstück brachen wir zur gemeinsamen Eier- bzw. Geschenkesuche im Garten auf. Der Osterhase hatte eine Sandkiste samt Rutsche versteckt. Leider war die Maus nicht so guter Laune und nölte und quengelte sich durch den Vormittag. Auch eine kurze Spritztour im neuen Fahrradsitz meiner Mutter konnte sie nicht aufheitern. Erst der lang ersehnte Mittagsschlaf konnte sie aus dem Stimmungstief befreien. Nachmittags machte sie einen langen Osterspaziergang mit Oma und Opa, während dem ich wieder Zeit zum Lesen fand. Die Maus war bis auf die Schlaf- und Essenspausen abgesehen den ganzen Tag draußen. Sobald  wir drin waren, holte sie schon wieder Jacke und Schuhe hervor als Zeichen, dass es wieder rausgehen sollte. Abends kam dann mein Mann zu uns und wir genossen ein leckeres Osteressen. Dieses Mal aber erst nachdem ich die Maus schlafen gelegt hatte – ich hatte aus dem Weihnachtsdesaster gelernt.

Ein langer Mittagsschlaf und seine Folgen

Der Ostermontag verlief sehr gemütlich. Morgens wollte mein Vater mit der Maus im Garten spielen, was sie aber vehement verweigerte. Alleine mit Opa sein ist ihr irgendwie nicht geheuer. Also wurde drinnen gespielt. Mausig liebste Indoor-Aktivität: auf dem altem großelterlichen Klavier klimpern. Laut meiner Mutter klimpert sie natürlich nicht einfach so, sondern spielt ganze Akkorde. Ihrem Gehör nach spricht die Kleine aber sich schon fließend verständliche Wörter (soviel zum Thema Oma-Stolz...) 

Der Mittagsschlaf gestaltete sich dann ausgiebiger als geplant. Knapp drei Stunden schliefen wir Das sollte ich am Abend rächen…

Am späten Nachmittag packten wir unsere sieben Sachen zusammen und brachen auf Richtung Heimat. Dort angekommen wurden erstmal die Rutsche aufgestellt und eingeweiht. Trotz ausgiebigen Spielens im Garten war die Maus bis zum Abend nicht müde zu kriegen. Dazu kam noch die Aufregung wegen der neuen alten Umgebung. Bis halb zehn tobte sie, mal freudig quietschend, mal wütend  weinend in ihrem Bettchen. Die erste Stunde lag ich neben ihr und versuchte zu beschwichtigen, die 2. mein Mann, dann kurz wieder ich, bevor sich mein Mann dazu aufopferte, ganz neben ihr zu schlafen. Also verbrachten wir die Nacht wieder mal in getrennten Zimmern. (Denn die Maus schläft mittlerweile im eigenen Zimmer, da nur nicht immer alleine. Mehr zu unserer Schlafsituation bald hier auf diesem Blog.)

Fazit: Bis auf den etwas anstrengenden Ostermontagabend war es also ein relativ entspanntes, schlafintensives, schönes langes Wochenende. 

Montag, 6. April 2015

Die Entwicklung der Maus: Laufen, Zahnen, Wutanfälle und schlaflose Nächte

Nachdem es hier lange Zeit ruhig war (Gründe dafür sind u.a. im unteren Abschnitt zu finden), habe ich mir nun vorgenommen, mehr über die Entwicklung der Maus zu schreiben - mehr von den kleinen "Wundern" die ich tagtäglich bestaune oder an denen ich schier verzweifle.

Da wäre zum Beispiel das Laufen. Das klappt mittlerweile recht gut. Jetzt kommen endlich die Regen- und Matschhosen voll zum Einsatz. Wenn wir zum Beispiel zusammen im Garten arbeiten. Auch das geht immer besser.

Mit dem Sprechen dagegen lässt sich die Maus noch Zeit. Noch kann ich keine richten Worte identifizieren. Da sie zweisprachig erzogen wird, denke ich, dass sie erst noch die unterschiedlichen Sprachen im Kopf sortieren muss. Dabei versteht sie schon recht viel: deutsch und persisch. Immerhin übt die fleißig verschiedene Laute. Nach der extremen "dadadada-dödödo-deideidei"-Phase sind es nun die N-Laute, die mir tagtäglich in den Ohren klingeln. "Nananana, nönönö, neinein" und manchmal auch so etwas wie "nane", was - ihrer Vorliebe für Bananen entsprechend, wir oft mit eben dieser gelben Frucht zuordnen. Ach, fast hätte ich es vergessen, ein "richtiges" Wort gibt es ja doch. Ein langgezogenes "Haaiiiii" also "Hi", mit dem sie gerne wildfremde Leute begrüßt. Dass mit dem "Hi"ist natürlich nur meine Interpretation.

Bemerkenswert sind auch ihre Wutanfälle, die in letzte Zeit nicht nur häufiger, sondern auch immer heftiger werden. Kaum fährt das Bobbycar nicht in die gewünschte Richtung oder ein Hindernis stellt sich ihrem Puppenwagen in den Weg, liegt sie wutschnaubend und schreiend auf dem Boden. Kein schöner Anblick. Aber ich versuche einfach ruhig zu bleiben und diesen Ausbrüchen nicht zu viel Beachtung zu schenken, dann gehen sie meistens schnell vorüber.

Eine Entwicklung, die mich zunehmend frustriert und auch traurig macht, ist ihre ausgeprägte PapavorliebeHier habe ich schon mal darüber berichtet.  Seit ihrer letzten Erkältung und dem leider nur sehr langsamen Durchbrechen der ersten Backenzähe ist es noch schlimmer geworden. Nachts lässt sie sich nur noch vom Papa beruhigen - auch wenn sie hinfällt und sich weh tut, muss er ran. Ich stehe dann nur ratlos daneben und kann nichts ausrichten.

Schlaflose Nächte

Ansonsten waren die letzten Wochen extrem hart. Nicht nur, dass - wie berichtet - die persische Schwiegermutter hier im Haus das Steuer an sich gerissen hat- nein - die Maus hat uns auch 3 Wochen lang nachts erfolgreich vom Schlafen abgehalten. Erst waren es die ersten Backenzähne gepaart mit einer dicken Erkältung, dann ein Entwicklungssprung (jetzt erklären sich auch die gesteigerten Wutanfälle, alle Sprünge übrigen sehr schön nachzulesen beim "gewünschtesten Wunschkind aller Zeiten"). Sie schrie und schrie und schrie und nicht konnte ihr helfen. Kein Ibuprofen, kein Vibucol, kein Mundgel nichts. Mein Mann und ich wechselten uns mit den Nachtschichten und dem Schlafen ab. Ich legte mich schon abends um acht mit der Maus ins Bett. Trotzdem fielen mir morgens im Büro fast die Auge zu. Nachdem dann ein paar Tage Ruhe war und wir schon dachten, die Zähne seien endlich da, ging der Terror wieder von vorne los. Statt der vermuteten 4 Backenzähne hatten sind lediglich 2  durchgebrochen: erst der eine, dann ganz langsam der andere. Danach war wieder für ein paar Tage Ruhe, bevor  die Nächte wieder unruhiger wurden. Eine akribische Mundanalyse, von der ich einige Bissspuren davon getragen habe - ergab: nun machen sich die oberen Backenzähne langsam auf den Weg, außerdem schon ein wenig sichtbar: ein Eckzahn. Au Backe! Die nächsten Wochen könnten also wieder spannend werden...

Mittwoch, 18. März 2015

Beitrag zur Blogparade: Zeit ohne Smartphone.

Mamas Kind hat zur Blogparade "Zeit ohne Smartphone" aufgerufen. Und ich mache gerne mit. Zumal ich (unfreiwillig) gerade vier Wochen ohne mein geliebtes iPhone  (ja, ich oute mich hiermit als Apfel-Fan) verbringen durfte.

Ganz schön leer:
so eine Hand ohne Handy
bzw. Smartphone
Generell finde ich es nicht gut, wenn der Blick ständig und überall aufs Telefon geht. Das nervt, ist seinem Gegenüber unhöflich. Dennoch ertappe ich mich dabei, wie ich kurz mal beim Spielen meine E-Mails checke, bei der nicht enden wollenden Abendfütterung einen Tweet absetze oder beim Spaziergang mit dem Kinderwagen Erziehungsfragen google. Und ja, ich habe auch beim Stillen You-Tube-Filme geguckt und Facebook-Seiten gelesen. Als Mutter kann man eben nicht pausenlos nur aufs Kind fixiert sein. Dennoch empfinde ich es als falsch, wenn ich die Zeit, die ich als berufstätige Mutter habe, nicht voll meinem Kind widme, sondern mich von den Versuchungen des Smartphones verführen lasse.

Dass es auch ohne geht, beweist meine vierwöchige Auszeit. Dank eines defekten Telefons und einer nicht funktionierenden Reparatur sowie eines fehlenden Ersatzapparats war ich plötzlich von der mobilen Online-Welt abgeschnitten. Wie furchtbar! Das dachte ich zumindest am Anfang. Doch je länger die Abstinenz dauerte, desto besser fand ich sie. Ich war plötzlich nicht mehr erreichbar. Toll! Nicht dass bei mir sonst pausenlos das Handy klingelt - dennoch war ich immer irgendwie dran. Nur mal schnell gucken - und schwups waren wieder 30 Minuten Zeit verplempert, die man auch sinnvoller hätte füllen können. Ich nutzte plötzlich mein Festnetztelefon wieder intensiver, freute mich auf ausführliche Telefonate mit Freundinnen - und zwar nicht zwischen Tür und Angel, sondern zu humanen abendlichen Telefonzeiten, dann wenn die Kinder aller Gesprächsteilnehmer schliefen.

Fotofunktion der schlimmste Verzicht


Natürlich gab es auch Dinge, die ich vermisste. So ein mobiles Telefon ist doch unheimlich praktisch. Spontan Treffpunkte in der Stadt ausmachen à la "Ich ruf dich an, wenn ich da bin" funktionierten nicht mehr. Auch schnell mal einen Schnappschuss vom Nachwuchs machen und per What's app dem näheren Bekanntenkreis schicken: unmöglich. Ehrlich gesagt, war die Fotofunktion der schlimmste Verzicht. "Aber was machst du im Notfall, was ist, wenn die Krippe anruft", fragten mich oft Freunde. "Na und. Ich war doch früher auch im Kindergarten. Und meine Mutter hatte kein Handy. Hat aber auch nicht ängstlich vormittags neben dem Telefon geklebt, aus Sorge, es können irgendetwas sein.

Mein Fazit also: Es geht auch ohne. Sehr gut sogar! Vielleicht sollten wir alle öfter mal verzichten (passt doch auch gut in die Fastenzeit). Es tut weit weniger weh als gedacht. (Sage ich, während ich gleichzeitig aus Smartphone schiele, wo sich gerade eine neue E-Mail ankündigt. Ertappt...)

Dienstag, 3. März 2015

Blogparade "Wie man sich bettet so lügt man" - Auswertung

Dass das Thema Schlafen alles andere als zum Schnarchen ist, beweisen die Beträge zu meiner Blogparade. Obwohl darüber schon mindestens 1 Trillionen Mal geschrieben und gesprochen wurde besteht anscheinend immer noch Gesprächsbedarf. Und das aus gutem Grund: Das Schlafverhalten von Babys und Kleinkindern gibt den meisten Eltern scheinbar unlösbare Rätsel auf. Da können auch Tonnen von Fachliteratur kein Licht ins Dunkel bringen. Jedes Kind schläft anders, braucht andere Dinge für eine gute Nacht. Und was das ist, müssen übermüdete Mütter und Väter oftmals in quälenden Selbstversuchen herausfinden.

Darum ein großes Dankeschön an alle, die diese Erfahrungen in meiner Blogparade geteilt haben! 


Hier alle Beiträge in der Kurzzusammenfassung (hoffe, ich habe alles richtig wieder gegeben)


Daniela schreibt auf ihrem Blog "so schön unperfekt" wie sie eher unfreiwillig zum Familienbett gekommen ist. Ihre Maus hat die Sache nämlich selbst in die Hand genommen und krabbelt immer in der 2. Nachthälfte von ihrem Babybalkon zwischen Mama und Papa, wo sie selig weiter schlummert. Seitdem genießen alle drei ruhige Nächte. Denn auch das nächtliche Fläschchen ist ganz von alleine irgendwann verschwunden.

Ein Geheimrezept für ruhige Nächte hat Dani von "Glucke und so" nicht. "Aber einen guten Tipp: Rituale, die das Kind jeden Abend auf die Nacht vorbereiten. Diese müssten nicht starr sein, sondern sollten flexibel sein und der individuellen Situation angepasst. Darüber hinaus plädiert sie fürs Kuscheln: Statt Schlaflern-Programmen vertraut die auf ihre Gefühl.

Auch für die Frühlingskindermama "Besser-Schlafen-Programm"nicht in Frage. Stattdessen vertraut sie lieber darauf, dass es irgendwann von alleine besser wird. Sie beschreibt, wie unterschiedlich zwei Geschwister schlafen können. Während sie ihren älteren Sohn als "grauenhaften Schläfer" bezeichnet, der sich als wahres Klebekind entpuppte und erst mit 3 Jahren zuverlässig durchschlief, ist ihre jüngste Tochter deutlich unkomplizierter, wenn auch nicht ganz einfach.

Dagegen ist Carina, Motte's Mama, ganz schön ausgeschlafen. Ihre Tochter zog schon mit 4 Monaten ins eigene Kinderzimmer, wo sie jede Nacht 12 bis 13 Stunden schlummert. Im Elternschlafzimmer fühlte sie sich anscheinend in ihren süßen Träumen gestört. Ein festes Abendritual und ein Knuddel-Teddy sind hier die Zustatten für eine gute Nacht. Ein Traum!

Bei Jenny von Familien4leben ist das Familienbett ein Garant für ruhige Nächte. Ihre fast dreijährige Tochter schläft seit der Trennung vom Papa mit ihr zusammen im Bett - und das ziemlich lange: am Wochenende sogar bis 10 oder 11 Uhr, wenn sie nicht geweckt wird.

Zwei ganz unterschiedliche Schäfer hat - ähnlich wie auch die Frühlingskindermama - die Möchtegernautorin zu Hause. Während der Sohn, ein ehemaliges Früchten, von Kleinauf daran gewöhnt ist, alleine zu schlafen, braucht die Tochter mehr Nähe. Mit nun 3 Jahren schläft sie noch bzw. wieder im Familienbett. Statt auf Ratgeberliteratur hörte auch sie lieber auf ihre Intuition.

Nicole schreibt auf perfekt ist anders ebenfalls von zwei ganz unterschiedlichen Schlafkindern. Währen sich die erste Tochter als relativ unkompliziert erwies, brauchte die Jüngste schon mehr Betreuung. Mittlerweile schlafen beide im eigenen Zimmer im eigenen Bett und durch. Das kam irgendwann ganz von alleine. Bis dahin war sich bei Nicole das Bauchgefühl der beste Ratgeber.

Renate von Mamis Blog  hat ihrer Tochter die Wahl zwischen eigenem und Elternbett gelassen und ist damit immer gut gefahren. Mittlerweile schläft sie im eigenen Bett. Renate vertraut darauf, dass irgendwann jedes Kind freiwillig aus dem Familienbett auszieht. Schließlich gäbe es wohl keinen Teenie, der unbedingt bei Mama und Papa schlafen will.

Die Rabenmutti Yasmin kann mittlerweile die Ringe unter ihren Augen zählen. Ihr Töchterlein schläft mit 18 Monaten noch nicht durch, verlangt nachts die Flasche. Seit sie allerdings ins eigene Zimmer umzog - da war sie ein Jahr als - sind sie Nächte ruhiger. Allerdings kostete die Umgewöhnung einige Nerven. Schreien lassen war für Yasmin aber nie eine Option.

Als Stefanie von Erbstückliebe schrieb, dass ihre Geschichte kein Leidensweg sei, habe ich mir eigentlich vorgestellt, dass sie jede Nacht 12 Stunden durchschlafen kann und nie raus muss. In der Realität hat aber auch sie Einschlaf- und Durchschlafproblemen zu kämpfen. Dank vieler Horrorgeschichten anderer Mütter hatte sie sich das Ganze nur wesentlich schlimmer vorgestellt. Ihre Tochter schläft die erste Nachthälfte im eigenen Bett, will dann aber noch ein Fläschchen. Um sechs oder sieben ist die Nacht vorbei. Für Stefanie vollkommen in Ordnung.

Mandy, die IT-Mama, ist derweil noch voll und ganz mit dem Stillen beschäftigt. Ihr kleiner Sohn ist gerade mal  5 Monate alt und verlangt noch sehr oft die Brust - natürlich auch nachts. Zurzeit leider manchmal jede Stunden. Und dummerweise braucht er zum trinken sehr lange. Mandy ist also gerade sehr müde, hofft aber, dass alles nur eine Phase ist, die bald vorbei geht.

Die Mama mit Macken hat sich lange gegen Schlaflernprogramme gewehrt, dann aber wegen ihres enormen Leidensdrucks doch nachgegeben und "Jedes Kind kann schlafen lernen" ausprobiert. Mit Erfolg. Bis zur ersten richtigen Krankheit, als sich das Familienbett einfach als praktikabler erwies. Ab da war es dann mit dem Schlafen ausschließlich im eigenen Bett vorbei. Heute ist wieder das Familienbett angesagt. Nach der Trennung vom Papa kann das Kuschelbedürfnis so optimal gestillt werden.

Jessi hatte vor der Geburt ihrer Terrorpüppi ganz feste Vorstellungen, wie man das richtig macht mit dem Schlafen: Nicht im eigenen Bett schlafen lassen, alleine einschlafen lassen, keine Gewöhnung an stundenlange Schaukeleinheiten. Die Realität sah dann aber- wie bei den meisten Familien - ganz anders aus. Das Familienbett war auch hier bald angesagt. Als Geheimtipp war dann noch eine Babyhängematte im Einsatz, die die Keine schnell zum Schlafen brachte. Heute schläft sie übrigens im eigenen Zimmer. Und durch. Also manchmal...

Mama Natur hat gleich 3 Kinder, die in den Schlaf gebracht werden wollen. Das klappt im Familienbett meistens am besten. Mit 6 Jahren sind die Kinder zwar ins eigene Zimmer umgezogen, kommen aber noch oft zur Mama ins Bett gekrochen. Als sie klein waren, hat sie sie mit leisem Rauschen (Föhn o.ä.) in den Schlaf bekommen. Als Ratgeberbuch empfiehlt sie (wie ich übrigens auch) "Schlafen statt schreien" von Elisabeth Pantley.

Zusammenfassung


Es ist erstaunlich, wie sich die Beiträge inhaltlich ähneln, wie viele Überschneidungen es doch gibt. Fast alle Mütter haben mit den Einschlaf- und Durchschlafproblemen ihrer Kinder zu kämpfen und ihre vor der Geburt sorgfältig zurecht gelegten Vorsätze schnell über Bord geworfen. Einige Mamis hingegen kamen von Anfang an in den Genuss von ausreichend Schlaf. In beiden Fällen haben die Betroffenen nichts richtig oder falsch gemacht. Die Kinder waren bzw. sind einfach so wie sie sind.

Folgende Gemeinsamkeiten sind mir noch aufgefallen:

  • Trotz anfänglicher Skepsis landeten die meisten irgendwann im Familienbett.
  • Statt Schlaflernprogrammen vertrauten alle Mütter auf ihr Gefühl und sind damit immer am besten gefahren.
  • Viele setzen auf feste Rituale, die das Kind auf den Schlaf vorbereiten.

Und jetzt meine Meinung:


Ich denke, dass man sich nicht von der Außen Welt unter Druck setzen lassen sollte, was das Schlafverhalten des eigenen Kindes angeht. Letztendlich hat man darauf nämlich gar nicht so viel Einfluss, wie man denkt. Jedes Kind ist anders und daher gibt es kein Geheimrezept für einen guten Schlaf. Am besten hört man da wirklich auf sein Bauchgefühl. Und wenn das Baby halt am besten auf den Arm beim Stillen einschläft - dann ist das eben die passende Methode fürs Kind. Babys sind keine Maschinen, die funktionieren müssen. Oft wird erwartet, dass sie sich Kinder sofort an die Erwachsenenwelt anpassen: im eigenen Bett, im eigenen Zimmer schlafen, zu festen Zeiten ins Bett gehen und da am besten die ganze Nacht bleiben. Doch so funktioniert das oft nicht. Babys brauchen Nähe und Wärme, müssen sich erst an die für sie neue Welt gewöhnen. Sie sind nicht dafür gemacht, alleine zu schlafen- zumindest nicht am Anfang.

Noch einmal ein dickes Dankeschön an alle fürs Mitmachen! Ich wünsche erholsame Nächte!



Montag, 23. Februar 2015

Man kann nicht alles haben - Warum Vereinbarkeit manchmal so schwer ist

"Man kann nicht alles haben", diesen weisen Satz pflegte mein Vater stets zu sagen, wenn ich als Kind wieder alles auf einmal wollte: Ein großes Eis, ein neues Buch,  keine Matheklausu ren und trotzdem gute Noten. Heute muss ich wieder öfter an seine mahnende Worte denken. Wie recht er doch hatte!

Auch viele Mütter wollen alles. Einen tollen Job, viel Zeit mit dem Kind, eine romantische, dennoch gleichberechtigte Partnerschaft, super gesund, vollwertig und gleichzeitig schmackhaft kochen können, einen sexy Körper - und einige ganz Verrückte sogar ein streifenfrei geputztes Eigenheim. (Mir reichen schon ein krümelfreier Küchenboden und ein voller Kühlschrank um als gute Hausfrau durchzugehen)

Doch als arbeitende Mutter - und damit also als Eier legende Wollmilchsau - merke ich jeden Tag aufs Neue: Alles geht nicht. Entweder sieht die Wohnung gut aus oder ich. Entweder spaziere ich stundenlang mit dem Kind durch die gesunde Luft und genieße wertvolle "Quality Time" oder ich hetze von einem Büro-Meeting zum nächsten. Entweder verbringe ich ein romantisches Candlelight-Dinner mit dem Gatten oder ich zelebriere Familien-Abendbrot-Rituale mit anschließender Putzorgie unterm Küchentisch.

Ich bin Mutter, Ehefrau, Hausfrau, Karrierefrau - und damit latent schizophren. All diese Rollen in einer Person zu vereinen ist verdammt schwer. Morgens ganz die Mutti, vormittags Arbeitstier, nachmittags Hausfrau und Mutter, abends müde Ehefrau. Das ist die moderne Frau. So will es das Gesetz der Vereinbarkeit. Doch ist es nicht schöner, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren? Ist Multitasking nachweislich nicht doch nur ein Mythos?

Als ich in die letzte Woche krank zu Hause verbrachte und gezwungenermaßen in die Rolle der "Nur Hausfrau und Mutter" schlüpfte, ertappte ich mich (bei voranschreitender Genesung) bei dem Gedanken: "Gar nicht so übel". Endlich mal wieder eine halbwegs saubere Wohnung, keine Wäscheberge, selbst gekochtes Essen und gemeinsame Mittagsstunde mit der Maus. Könnte es so nicht immer sein? Ist es nicht einfacher, nur eine Sache zu machen und die aber richtig? Dass ich mal so denken würde, hätte ich früher nie für möglich gehalten. Dass man als Mutter auch einen "richtigen" Job haben kann und sollte, war für mich mehr als selbstverständlich.

Perfektion ist nicht mein Ziel

Nicht falsch verstehen: Ich liebe meinen Job. Die Arbeit macht mir Spaß und bringt mir dazu noch bezahlten Urlaub vom Mamastress. Aber das Jonglieren zwischen den verschiedenen Welten bringt mich manchmal aus dem Gleichgewicht. Dazu schleicht sich immer wieder das Gefühl ein: Irgendwas oder irgendjemand kommt zu kurz. Kann ich allen gerecht werden? "Druck rausnehmen, nicht immer alles perfekt machen wollen" lauten hier die gängigen Ratschläge. Dabei bin ich weit entfernt von Perfektion. Meine Wohnung ist meistens nur mittelsauber, mein Lidstrich stets verschmiert, die Kinderklamotten voller Karottenflecken und der Mann genervt von meinem Chaos. 

Ist Vereinbarkeit also doch eine Lüge?, wie schon die Blogprinzessin vor einiger Zeit fragte? Die meisten antworten hier, dass die Rahmenbedingungen stimmen müssten. Gute Kinderbetreuung, Babysitter, flexibles Arbeitszeitmodell, helfender Mann. Über all dies verfüge ich. Ich Glückspilz! Ich mag gar nicht an all die Working Moms denken, denen auch nur  eins dieses lebenswichtigen Essentiala auskommen müssen. Und dennoch bin ich manchmal überfordert, ich Weichei!

Die Frage ist aber nicht nur, kann ich alles haben, sondern will ich es auch. Will ich mich so zwischen den Welten zerreiben? Ich will alles! Alles zu seiner Zeit. Aber kann ich auch alles? Keine Ahnung? Das wird die Zeit zeigen.

Wie seht ihr das. Wollt ihr auch alles? Und könnt ihr das?

Samstag, 14. Februar 2015

Krankes Kind und krank mit Kind - zum Kotzen!

Die letzten Wochen waren mehr als hart. Zuerst der Entwicklungssprung der 55.Woche, der mir zunächst ein übellauniges, klammerndes Quengelkind einbrachte und dessen Nachwehen mit immer noch schlaflose Nächte beschert, ausufernder Verwandtenbesuch und dann die 1. Magen-Darm-Grippe im Leben der kleinen Maus. Erste Male sind ja bekanntlich nie ganz einfach, aber auf dieses 1. Mal hätte ich gerne verzichtet.

Alles fing mit einem harmlosen Hinweisschild an der Krippentür an. "Es sind 2 Fälle von Magen-Darm-Grippe aufgetreten". 24 Stunden später waren es schon 10 und meine Maus einer der "Fälle". Am Abend verschmähte sie lediglich ihr Abendbrot, was mich zwar ein wenig verwunderte, mich aber nicht groß beunruhigte. Als ich sie dann später in ihr Bettchen legen wollte, ergoss sich der erste Schwall aufs Laken. Hektisch hob ich das arme Würmchen aus ihrem eigenen Erbrochenen und musste mich doch sehr wundern: Wie um alles in der Welt hatte sie es geschafft, sich selbst auf den Kopf zu kotzen? Ich nahm das nasse Bündel und stellte es direkt unter die Dusche. Zunächst machte ich daran, das Kind zu reinigen, dann Bett und Zimmer. Es ist schon erstaunlich, welche Mengen an Flüssigkeiten aus so einem kleinen Körper schießen können. Nach dem alles wieder frisch und rein war, folgte der nächste ins Bett-Leg-Versuch. Erstaunlich schnell schlief die Maus ein und ich schlich mich nach unten. Kaum im Wohnzimmer angekommen, hörte ich ein verstörendes Husten durchs Babyphon... und ahnte Schlimmes! Oben angekommen wurde die Vorahnung zur Gewissheit. Ein weiterer Brechschwall hatte Kind, Bett und einen Teil der Schlafzimmereinrichtung mit einer übel riechenden Schicht überzogen.Das Reine-Mach-Programm startete von vorn. Dermaßen geübt durfte ich das ganze Prozedere dann noch ein weiteres Mal vollziehen. Mittlerweile war der Mann auch endlich zur Unterstützung dazugekommen. Aus Ermangelung an weiteren Laken und adäquater Bettwäsche war Improvisation gefragt: Ein 1,60-Meter-Laken wurde auf Kinderbettgröße runterfaltet, Leggins, und Longsleeve zum Pyjama und Strickjacke plus Sommerschlafsack zum Winterschlafsack umfunktioniert. Zum Glück verlief die Nacht dann sehr ruhig. Für die Maus. Ich wachte ängstlich, Händchen haltend neben dem Bettchen aus Angst vor der nächsten Attacke. 


Am nächsten Tag gab es nur noch einen weiteren Zwischenfall, von dem ich glücklicherweise nichts mitbekam, da ich auf der Arbeit war und der Mann als Krankenschwester einsprang. Ich trat erst in der 2. Tageshälfte zur Schicht an. Da war die große Kotzerei schon vorüber - dafür machte sich große Weinerlichkeit bei meinem Kind breit. Ich spürte, dass es ihr immer noch schlecht ging, konnte ihr aber nicht wirklich helfen. Auf dem Arm sein war doof, auf dem Boden sitzen aber auch. Mäuschen hatte Sabberblasen vorm Mund und einen verräterischen Schluckauf. Ich machte mich auf weitere Übergaben bereit, hielt das Mäuschen aus lautet Panik übers Spülbecken - doch nichts passierte. Ich merkte jedoch ihre große Übelkeit und verabreichte ihr ein Vomexzäpfchen vorm Schlafengehen. Eine gute Entscheidung. Wir hatten eine erholsame Nacht. 


Am nächsten Tag war das Kapitel Magen-Darm-Grippe für die Maus vorerst beendet. Nicht aber für mich. Doch dazu gleich mehr. Insgesamt war ich erstaunt, wie gut die Kleine das Ganze weggesteckt hat. 1 Sekunde nach dem Übergeben war sie schon wieder gut drauf, und zwischen den Kotz-Attacken übte sie fleißig laufen. Ich hätte das nicht so locker genommen - beziehungsweise habe es auch nicht. Denn auch ich blieb vom Virus nicht verschont. Am nächsten Abend fing es genauso an, wie zunächst bei der Kleinen - mit Appetitlosigkeit. Dazu gesellte sich ein faules Gefühl im Magen und später am Abend dann ein widerlicher Brechreiz. Gott sei Dank war meine Mutter im Haus. Mein Mann war beruflich über Nacht unterwegs und Oma sollte am nächsten Tag als Babysitter einspringen. Ohne sie hätte ich das nicht geschafft. Ich verbrachte große Teile der Nacht kniend vor der Kloschüssel während das Kind nach mir brüllte. Schließlich tauschten meine Mutter und ich die Nachtlager und ich wartete unten auf der Schlafcoach auf die nächste Übelkeit. 


Den nächsten Tag verbrachte ich Dank Vomex im Dämmerschlaf - immer sehr übellaunig. Doch das Schlimmste war geschafft. Nur das Kind jammerte, quengelte und verlangte nach mir. Doch ich konnte ihr nicht die gewünschte Aufmerksamkeit geben. Das tat mir zwar in der Seele weh, aber ich war schlicht und einfach ausgeknockt. Es ist wirklich keine schöne Erfahrung an Kotzeritis zu leiden, schon gar nicht mit einem quengeligem Kleinkind im Nacken und erst recht nicht, wenn dieses Kind einen braucht, man aber nicht richtig reagieren kann, weil man komplett vom Virus in Beschlag genommen wird. 


Tags darauf ging es dann schon besser. Lediglich an Appetitlosigkeit scheinen wir beide noch zu leiden. Die Maus verweigert immer noch ihr Abendbrot und schläft nach wie vor schlecht. Dazu hat sich eine Schnupfnase gesellt. Geht es jetzt etwa weiter mit einer Erkältung? Und die Zähne.... Ich fürchte, jetzt sind die nächsten dran. Es ist also alles nur eine Phase. Eine Phase nach der nächsten. Hoffe sehr, dass die nächste eine etwas ruhiger wird. 

So managt man die Kotzeritis am besten

Ich habe von erfahrenen Müttern viele Tipps bekommen, wie man eine Magen-Darm-Grippe beim Kind am besten handelt. Diese möchte ich hier gerne teilen:

  1. Bett mit dicken Badetüchern auslegen, um das Laken zu schützen
  2. Eimer als Auffangbehältnis in Reichweite - ideal bei größeren Kindern
  3. Ein Badetuch parat halten, zum Kind einwickeln und unter die Dusche tragen, wenn ein Waschgang notwendig wird
  4. Vomex als Zäpfchen oder Saft, wenns ganz schlimm kommt
  5. Zwieback und Salzcracker zu essen geben, bis der Magen sich wieder beruhigt
  6. Immer wieder Tee in kleinen Schlucken zu trinken anbieten
Habt Ihr mehr Tipps?
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...