Dienstag, 20. Januar 2015

Hilfe, ich habe ein Klebe-Kind!

Seit kurzem klebt meine Tochter an mir wie Pattex. Sobald ich sie von der Kita abhole, bindet sie sich mir ans Bein. Mal eben kurz absetzen, um mir selbst die Jacke anzuziehen, wird nicht toleriert und mit lautstarkem Gebrüll quittiert. Sind wir dann zu Hause folgt mir Kindchen wie ein Hündchen. Natürlich fordert sie nach der Krippen- nun vehement Mamazeit ein. Soll sie gerne haben. Aber nach all dem hingebungsvollem Spielen ist doch mal ne kurze Pipipause drin, oder? Und was ist mit dem Haushalt? Schnell ne Waschmaschine beladen oder ein Spritzer WC-Reiniger ins Klo kippen geht - wenn überhaupt -  nur noch mit Kind im Schlepptau.

Besonders schlimm ist es beim Zu-Bett-Bringen. Normalerweise warte ich, bis sie schläft und schleiche dann aus dem Zimmer.  Leider scheint sie nun auch im Tiefschlaf zu riechen, wenn Mama in ihren Mini-Feierabend verschwinden will und ordert lautstark mich zurück ins Bett. Heute morgen hat sie das ganze noch getoppt: Bin früher aufgewacht und wollte die Gunst der frühen Stunden für eine ausgiebige Dusche nutzen. Meine tief schlafende Tochter schreckte laut brüllend hoch, als ich gerade auf leisen Sohlen tappsend die Tür erreichte. Habe sie erst einmal ignoriert, da mein Mann ja laut schnarchend im Bett neben ihr lag. (Der hat das ganze Drama übrigens tatsächlich verschlafen). Nach ca. 10 lauten Sekunden, als ich gerade drauf und dran war, zurückzugehen, kehrte plötzlich Ruhe ein und sie schlief wieder ein. Puh. Glück gehabt.

Ein anderes Beispiel: Gestern bei der Krabbelgruppe (bzw. Kaffee-Kuchen-Gelage für Mütter mit Babys als Alibi im Schlepptau). Drei befreundete Frauen und deren Kinder haben sich privat getroffen. Alle kennen sich untereinander. Alle Kinder spielen friedlich im Raum, während die Mütter am Esstisch klebrige Süßspeisen in sich reinspachteln (jaja, Nervennahrung). Nur meins nicht. Ständig jaulte sie zu meinen Füßen und wollte auf den Arm. Das war früher nicht so. Da konnte ich sie mitten in einer fremdem Umgebung absetzen und Töchterchen ist kosgekrabbelt, weg von mir, auf Entdeckungstour.

Also, was soll ich von diesem Klebe-Verhalten halten? Wachstumsschub (habe das Gefühl, sie macht gerade einiges durch, versucht zu laufen und von der Zeit, 12,5 Monate, kommt diese Theorie auch hin)? Krippentrauma durch Fremdbetreuung? In der Krippe scheint sie sich wohl zu fühlen. Die Erzieherinnen beschreiben sie als äußerst gut gelaunt, lebhaft und fröhlich. Nur eine Phase? Mache mir langsam Sorgen, dass mein Kind das Vertrauen in mich verloren hat. Früher war Mama immer da, immer verfügbar. Jetzt ist sie nicht mehr rund um die Uhr da.

Was soll ich tun? Wird es irgendwann wieder von alleine besser? Habt ihr solche Erfahrungen auch gemacht? Bin momentan etwas ratlos und würde mich wirklich sehr über eure Tipps, Tricks, eigene Geschichten freuen.  

Freitag, 16. Januar 2015

Arbeiten macht Spaß. Mamasein auch.

Woche 2 im Büro ist überstanden und ich bin glücklich. Müde aber glücklich. Die Arbeit macht mir nach wie vor großen Spaß. Es ist nicht so, dass ich sie akut vermisst hätte während der einjährigen Babypause. Dafür ist das Jahr zu schnell vergangen und hat mich zu sehr mit meinem Töchterchen in Beschlag genommen. Aber jetzt, da ich wieder im Büro bin, merke ich mir, wie gut mir die Arbeit tut. Und der Umgang mit meinen Kollegen - einige von ihnen selbst Eltern, einige aber auch nicht.

Zum einen genieße ich es natürlich, mal über was anderer zu sprechen als über Windelinhalte und Beikostplänen. Zum anderen gehe ich aber auch in meinen Aufgaben auf. Ich genieße es, mehr als "nur" Mutter zu sein, stundenweise in eine andere Welt abzutauchen.

Damit will sich auf keinen Fall die "Nur-Hausfrauen" beleidige. Ich kann sehr gut verstehen, wenn sich Frau für diesen Weg entscheidet. Schließlich ist es der härteste Job überhaupt, ein Kind zu erziehen und gleichzeitig einen Haushalt zu schmeißen.  Darum bin ich froh, dieser Aufgabe für einige Stunden zu entkommen - dank einer sehr guten firmeneigenen Kinderbetreuung und einem verständnisvollem, mithelfendem Mann.

Für mich ist dieser Weg also der richtige. Dank der "Deadline" 14.30 Uhr (meine Kita-Abholzeit) bin ich bei der Arbeit viel entspannter. Egal, passiert, wie stressig der Tag wird, wie viel noch auf meinem Schreibtisch landet, ich weiß: Um 14.30 Uhr bin ich hier raus.

Gleichzeitig genieße ich die Zeit mit meinem Kind um so mehr.  Wenn wir am Nachmittag nach Hause komme, verbringe ich den restlichen Tag sehr intensiv mit ihr. Wie spielen, machen Spaziergänge, erledigen zusammen den Haushalt (ok. ich versuche, sie sabotiert meine Bemühungen). Auf jeden Fall sind wir zusammen und ich glücklich.

Und wie sind Eure Erfahrungen mit der Teilzeitarbeit? Mit der Vereinbarkeit von Familie kund Beruf? Freue mich über weitere Erfahrungsberichte.
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