Mittwoch, 18. März 2015

Beitrag zur Blogparade: Zeit ohne Smartphone.

Mamas Kind hat zur Blogparade "Zeit ohne Smartphone" aufgerufen. Und ich mache gerne mit. Zumal ich (unfreiwillig) gerade vier Wochen ohne mein geliebtes iPhone  (ja, ich oute mich hiermit als Apfel-Fan) verbringen durfte.

Ganz schön leer:
so eine Hand ohne Handy
bzw. Smartphone
Generell finde ich es nicht gut, wenn der Blick ständig und überall aufs Telefon geht. Das nervt, ist seinem Gegenüber unhöflich. Dennoch ertappe ich mich dabei, wie ich kurz mal beim Spielen meine E-Mails checke, bei der nicht enden wollenden Abendfütterung einen Tweet absetze oder beim Spaziergang mit dem Kinderwagen Erziehungsfragen google. Und ja, ich habe auch beim Stillen You-Tube-Filme geguckt und Facebook-Seiten gelesen. Als Mutter kann man eben nicht pausenlos nur aufs Kind fixiert sein. Dennoch empfinde ich es als falsch, wenn ich die Zeit, die ich als berufstätige Mutter habe, nicht voll meinem Kind widme, sondern mich von den Versuchungen des Smartphones verführen lasse.

Dass es auch ohne geht, beweist meine vierwöchige Auszeit. Dank eines defekten Telefons und einer nicht funktionierenden Reparatur sowie eines fehlenden Ersatzapparats war ich plötzlich von der mobilen Online-Welt abgeschnitten. Wie furchtbar! Das dachte ich zumindest am Anfang. Doch je länger die Abstinenz dauerte, desto besser fand ich sie. Ich war plötzlich nicht mehr erreichbar. Toll! Nicht dass bei mir sonst pausenlos das Handy klingelt - dennoch war ich immer irgendwie dran. Nur mal schnell gucken - und schwups waren wieder 30 Minuten Zeit verplempert, die man auch sinnvoller hätte füllen können. Ich nutzte plötzlich mein Festnetztelefon wieder intensiver, freute mich auf ausführliche Telefonate mit Freundinnen - und zwar nicht zwischen Tür und Angel, sondern zu humanen abendlichen Telefonzeiten, dann wenn die Kinder aller Gesprächsteilnehmer schliefen.

Fotofunktion der schlimmste Verzicht


Natürlich gab es auch Dinge, die ich vermisste. So ein mobiles Telefon ist doch unheimlich praktisch. Spontan Treffpunkte in der Stadt ausmachen à la "Ich ruf dich an, wenn ich da bin" funktionierten nicht mehr. Auch schnell mal einen Schnappschuss vom Nachwuchs machen und per What's app dem näheren Bekanntenkreis schicken: unmöglich. Ehrlich gesagt, war die Fotofunktion der schlimmste Verzicht. "Aber was machst du im Notfall, was ist, wenn die Krippe anruft", fragten mich oft Freunde. "Na und. Ich war doch früher auch im Kindergarten. Und meine Mutter hatte kein Handy. Hat aber auch nicht ängstlich vormittags neben dem Telefon geklebt, aus Sorge, es können irgendetwas sein.

Mein Fazit also: Es geht auch ohne. Sehr gut sogar! Vielleicht sollten wir alle öfter mal verzichten (passt doch auch gut in die Fastenzeit). Es tut weit weniger weh als gedacht. (Sage ich, während ich gleichzeitig aus Smartphone schiele, wo sich gerade eine neue E-Mail ankündigt. Ertappt...)

Dienstag, 3. März 2015

Blogparade "Wie man sich bettet so lügt man" - Auswertung

Dass das Thema Schlafen alles andere als zum Schnarchen ist, beweisen die Beträge zu meiner Blogparade. Obwohl darüber schon mindestens 1 Trillionen Mal geschrieben und gesprochen wurde besteht anscheinend immer noch Gesprächsbedarf. Und das aus gutem Grund: Das Schlafverhalten von Babys und Kleinkindern gibt den meisten Eltern scheinbar unlösbare Rätsel auf. Da können auch Tonnen von Fachliteratur kein Licht ins Dunkel bringen. Jedes Kind schläft anders, braucht andere Dinge für eine gute Nacht. Und was das ist, müssen übermüdete Mütter und Väter oftmals in quälenden Selbstversuchen herausfinden.

Darum ein großes Dankeschön an alle, die diese Erfahrungen in meiner Blogparade geteilt haben! 


Hier alle Beiträge in der Kurzzusammenfassung (hoffe, ich habe alles richtig wieder gegeben)


Daniela schreibt auf ihrem Blog "so schön unperfekt" wie sie eher unfreiwillig zum Familienbett gekommen ist. Ihre Maus hat die Sache nämlich selbst in die Hand genommen und krabbelt immer in der 2. Nachthälfte von ihrem Babybalkon zwischen Mama und Papa, wo sie selig weiter schlummert. Seitdem genießen alle drei ruhige Nächte. Denn auch das nächtliche Fläschchen ist ganz von alleine irgendwann verschwunden.

Ein Geheimrezept für ruhige Nächte hat Dani von "Glucke und so" nicht. "Aber einen guten Tipp: Rituale, die das Kind jeden Abend auf die Nacht vorbereiten. Diese müssten nicht starr sein, sondern sollten flexibel sein und der individuellen Situation angepasst. Darüber hinaus plädiert sie fürs Kuscheln: Statt Schlaflern-Programmen vertraut die auf ihre Gefühl.

Auch für die Frühlingskindermama "Besser-Schlafen-Programm"nicht in Frage. Stattdessen vertraut sie lieber darauf, dass es irgendwann von alleine besser wird. Sie beschreibt, wie unterschiedlich zwei Geschwister schlafen können. Während sie ihren älteren Sohn als "grauenhaften Schläfer" bezeichnet, der sich als wahres Klebekind entpuppte und erst mit 3 Jahren zuverlässig durchschlief, ist ihre jüngste Tochter deutlich unkomplizierter, wenn auch nicht ganz einfach.

Dagegen ist Carina, Motte's Mama, ganz schön ausgeschlafen. Ihre Tochter zog schon mit 4 Monaten ins eigene Kinderzimmer, wo sie jede Nacht 12 bis 13 Stunden schlummert. Im Elternschlafzimmer fühlte sie sich anscheinend in ihren süßen Träumen gestört. Ein festes Abendritual und ein Knuddel-Teddy sind hier die Zustatten für eine gute Nacht. Ein Traum!

Bei Jenny von Familien4leben ist das Familienbett ein Garant für ruhige Nächte. Ihre fast dreijährige Tochter schläft seit der Trennung vom Papa mit ihr zusammen im Bett - und das ziemlich lange: am Wochenende sogar bis 10 oder 11 Uhr, wenn sie nicht geweckt wird.

Zwei ganz unterschiedliche Schäfer hat - ähnlich wie auch die Frühlingskindermama - die Möchtegernautorin zu Hause. Während der Sohn, ein ehemaliges Früchten, von Kleinauf daran gewöhnt ist, alleine zu schlafen, braucht die Tochter mehr Nähe. Mit nun 3 Jahren schläft sie noch bzw. wieder im Familienbett. Statt auf Ratgeberliteratur hörte auch sie lieber auf ihre Intuition.

Nicole schreibt auf perfekt ist anders ebenfalls von zwei ganz unterschiedlichen Schlafkindern. Währen sich die erste Tochter als relativ unkompliziert erwies, brauchte die Jüngste schon mehr Betreuung. Mittlerweile schlafen beide im eigenen Zimmer im eigenen Bett und durch. Das kam irgendwann ganz von alleine. Bis dahin war sich bei Nicole das Bauchgefühl der beste Ratgeber.

Renate von Mamis Blog  hat ihrer Tochter die Wahl zwischen eigenem und Elternbett gelassen und ist damit immer gut gefahren. Mittlerweile schläft sie im eigenen Bett. Renate vertraut darauf, dass irgendwann jedes Kind freiwillig aus dem Familienbett auszieht. Schließlich gäbe es wohl keinen Teenie, der unbedingt bei Mama und Papa schlafen will.

Die Rabenmutti Yasmin kann mittlerweile die Ringe unter ihren Augen zählen. Ihr Töchterlein schläft mit 18 Monaten noch nicht durch, verlangt nachts die Flasche. Seit sie allerdings ins eigene Zimmer umzog - da war sie ein Jahr als - sind sie Nächte ruhiger. Allerdings kostete die Umgewöhnung einige Nerven. Schreien lassen war für Yasmin aber nie eine Option.

Als Stefanie von Erbstückliebe schrieb, dass ihre Geschichte kein Leidensweg sei, habe ich mir eigentlich vorgestellt, dass sie jede Nacht 12 Stunden durchschlafen kann und nie raus muss. In der Realität hat aber auch sie Einschlaf- und Durchschlafproblemen zu kämpfen. Dank vieler Horrorgeschichten anderer Mütter hatte sie sich das Ganze nur wesentlich schlimmer vorgestellt. Ihre Tochter schläft die erste Nachthälfte im eigenen Bett, will dann aber noch ein Fläschchen. Um sechs oder sieben ist die Nacht vorbei. Für Stefanie vollkommen in Ordnung.

Mandy, die IT-Mama, ist derweil noch voll und ganz mit dem Stillen beschäftigt. Ihr kleiner Sohn ist gerade mal  5 Monate alt und verlangt noch sehr oft die Brust - natürlich auch nachts. Zurzeit leider manchmal jede Stunden. Und dummerweise braucht er zum trinken sehr lange. Mandy ist also gerade sehr müde, hofft aber, dass alles nur eine Phase ist, die bald vorbei geht.

Die Mama mit Macken hat sich lange gegen Schlaflernprogramme gewehrt, dann aber wegen ihres enormen Leidensdrucks doch nachgegeben und "Jedes Kind kann schlafen lernen" ausprobiert. Mit Erfolg. Bis zur ersten richtigen Krankheit, als sich das Familienbett einfach als praktikabler erwies. Ab da war es dann mit dem Schlafen ausschließlich im eigenen Bett vorbei. Heute ist wieder das Familienbett angesagt. Nach der Trennung vom Papa kann das Kuschelbedürfnis so optimal gestillt werden.

Jessi hatte vor der Geburt ihrer Terrorpüppi ganz feste Vorstellungen, wie man das richtig macht mit dem Schlafen: Nicht im eigenen Bett schlafen lassen, alleine einschlafen lassen, keine Gewöhnung an stundenlange Schaukeleinheiten. Die Realität sah dann aber- wie bei den meisten Familien - ganz anders aus. Das Familienbett war auch hier bald angesagt. Als Geheimtipp war dann noch eine Babyhängematte im Einsatz, die die Keine schnell zum Schlafen brachte. Heute schläft sie übrigens im eigenen Zimmer. Und durch. Also manchmal...

Mama Natur hat gleich 3 Kinder, die in den Schlaf gebracht werden wollen. Das klappt im Familienbett meistens am besten. Mit 6 Jahren sind die Kinder zwar ins eigene Zimmer umgezogen, kommen aber noch oft zur Mama ins Bett gekrochen. Als sie klein waren, hat sie sie mit leisem Rauschen (Föhn o.ä.) in den Schlaf bekommen. Als Ratgeberbuch empfiehlt sie (wie ich übrigens auch) "Schlafen statt schreien" von Elisabeth Pantley.

Zusammenfassung


Es ist erstaunlich, wie sich die Beiträge inhaltlich ähneln, wie viele Überschneidungen es doch gibt. Fast alle Mütter haben mit den Einschlaf- und Durchschlafproblemen ihrer Kinder zu kämpfen und ihre vor der Geburt sorgfältig zurecht gelegten Vorsätze schnell über Bord geworfen. Einige Mamis hingegen kamen von Anfang an in den Genuss von ausreichend Schlaf. In beiden Fällen haben die Betroffenen nichts richtig oder falsch gemacht. Die Kinder waren bzw. sind einfach so wie sie sind.

Folgende Gemeinsamkeiten sind mir noch aufgefallen:

  • Trotz anfänglicher Skepsis landeten die meisten irgendwann im Familienbett.
  • Statt Schlaflernprogrammen vertrauten alle Mütter auf ihr Gefühl und sind damit immer am besten gefahren.
  • Viele setzen auf feste Rituale, die das Kind auf den Schlaf vorbereiten.

Und jetzt meine Meinung:


Ich denke, dass man sich nicht von der Außen Welt unter Druck setzen lassen sollte, was das Schlafverhalten des eigenen Kindes angeht. Letztendlich hat man darauf nämlich gar nicht so viel Einfluss, wie man denkt. Jedes Kind ist anders und daher gibt es kein Geheimrezept für einen guten Schlaf. Am besten hört man da wirklich auf sein Bauchgefühl. Und wenn das Baby halt am besten auf den Arm beim Stillen einschläft - dann ist das eben die passende Methode fürs Kind. Babys sind keine Maschinen, die funktionieren müssen. Oft wird erwartet, dass sie sich Kinder sofort an die Erwachsenenwelt anpassen: im eigenen Bett, im eigenen Zimmer schlafen, zu festen Zeiten ins Bett gehen und da am besten die ganze Nacht bleiben. Doch so funktioniert das oft nicht. Babys brauchen Nähe und Wärme, müssen sich erst an die für sie neue Welt gewöhnen. Sie sind nicht dafür gemacht, alleine zu schlafen- zumindest nicht am Anfang.

Noch einmal ein dickes Dankeschön an alle fürs Mitmachen! Ich wünsche erholsame Nächte!



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