Dienstag, 26. April 2016

Wenn die Schwangerschaft zum Kotzen ist. Oder: Hyperemesis mein treuer Begleiter

Wie ist das, wenn aus normaler Schwangerschaftsübelkeit das große Kotzen - im Fachjargon auch Hyperemesis genannt - wird? Ein Erfahrungsbericht.
Bild: Pixabay

Ich habe es zwar noch nicht offiziell gemacht, dank meiner zahlreichen Jammertweets hat es sich
dennoch mittlerweile rumgesprochen. Ich bin schwanger. Und ich könnte kotzen. Denn die Hyperemesis - mein treuer Begleiter aus der 1. Schwangerschaft - ist wieder da.

Eigentlich wollte ich die 1. Horror-Schwangerschaft schon längst verbloggen - aber irgendwie kann ich nicht. Obwohl die Zeit mittlerweile 3 Jahre hat verstreichen lassen, kann ich noch nicht richtig drüber schreiben - zu schwer wiegt der Schock, über das was da über mich hinweggerollt ist.

"Alles normal, das machen fast alle Schwangere durch"
Um es kurz zu machen. Damals war mir von der 7. bis zu 18. Woche 24 Stunden am Stück dauerübel, konnte mich aber kaum erbrechen. "Alles normal, geht bald vorüber, das machen fast alle Frauen durch", lauteten die nicht wirklich tröstenden Worte meiner Frauenärztin. Erst als ich in der 13. Woche rund um die Uhr vor mich hinkotzte, erhielt ich die Diagnose Hyperemesis Gravidarum. Das war im Krankenhaus, in das mich mein Mann auf eigenen Wunsch brachte. Hier nahm man mich endlich ernst. Ich bekam einen Tropf und Unmengen an Vomex, Flüssigkeit und Vitaminen - und es ging langsam wieder aufwärts. Ab der 18. Woche war mir dann nur noch vormittags nach dem Essen übel, der Rest war erträglich.

Trotz dieser Erfahrung, wollte ich es noch mal wagen mit dem Schwangerwerden. Babys sind sich so süß, nicht wahr? "Es wird schon nicht so schlimm werden", redete ich mir Mut zu, recherchierte alle möglichen Hilfsmittel und schwor mir, mir dieses Mal frühzeitig Hilfe zu holen.

Als in der 6. Woche die Übelkeit auf mich zuschwappte, stürzte ich mich sofort auf mein ausgeklügeltes Notfallprogramm (was ich alles ausprobierte, dazu mehr im nächsten Post) und rief meine Hebamme an, um mich von ihr akkupunktieren zu lassen. Anfangs klappte alles ganz gut. Doch mit jeder Woche wurde die Übelkeit schlimmer. Sie ist zwar nicht so aggressiv wie beim letzten Mal, dafür muss ich öfter erbrechen. Ganz schlimm: Sobald ich was Essbares sehe oder rieche, kommt es mir SOFORT hoch. SOFORT. Also ließ ich mich krank schreiben und gammele jetzt schon die 2. Woche vor mich hin. Denn das Einzige was mir wirklich hilft, ist: schlafen. Am besten im abgedunkelten Raum bei geöffnetem Fenster.

Trotz allem, habe ich es vergleichsweise gut erwischt. Ich breche nicht jeden Tag, die Übelkeit ist insgesamt erträglicher. Andere Frauen müssen sich bis zu 30 Mal am Tag übergeben. Obwohl die Ärztin HG diagnostizierte, ist es wohl eine sehr abgeschwächte Form - aber dennoch ekelig.

Kinderbetreuung und Kotzerei - keine gute Kombi
Das Problem: Ich habe eine zweijährige Tochter, die mit einer vor sich hindümpelnden Mutter wenig anzufangen weiß. Vormittags ist sie in der Krippe, aber nachmittags will sie spielen. Und ich kann nicht, es geht einfach nicht. Ich bin momentan ein Totalausfall. Als Mutter, Ehefrau, Hausfrau, Arbeitnehmerin. Und das tut mir so leid und so weh.

Es macht mich aber auch wütend. Ich könnte kotzen, wenn ich die ganzen strahlenden, fitten Schwangeren in Illustrierten, im TV oder im echten Leben auf der Straße sehe. Die mit ihren Kindern über den Spielplatz toben, ihr hübsch verpackten Babykugeln ins Büro oder ins Fitnessstudio schieben. Warum kann ich das nicht?

Ich hoffe, dass die Hyperemesis sich bald verabschiedet und ich wieder ein normales Leben leben kann. Habt ihr auch mit schlimmer Schwangerschaftsübelkeit zu kämpfen (gehabt)? Und wie habt Ihr Euer Leben (mit Kind) zu dieser Zeit gemeistert? Würde mich über Eure Erfahrungsberichte freuen. Schreibt gerne einen Kommentar oder einen eigenen Post, verlinkt mich bei Twitter und nutzt den Hashtag #hyperemesis.  Das ist keine offizielle Blogparade, würde mich aber trotzdem über Erfahrungsberichte freuen.

... to be continued...

Samstag, 23. April 2016

Welcome to my real life - oder: vom Schein und Sein #myrealkitchen #zeigteuch

Wie sieht das echte Leben - jenseits der Hochglanz-Instagram-Bilder vom "perfekten" Leben - aus? Ich folge Fridas Aufruf und zeige nicht nur meine #realkitchen, sondern noch mehr aus meinem (zurzeit leider ziemlich verlodderten) #reallife. Habt Erbarmen.

Zu schön um wahr zu sein, dass denke ich oft, wenn ich mir Bilder auf Instagram ansehe. Picobello aufgeräumte Wohnzimmer, blitzsaubere Designerküchen, liebevoll arrangierte Wohnaccessoires, keine überquellende Badezimmerregale - nichts ist überladen, jedes Detail sitzt. Selbst die Obstteller der Kinder gleichen kleinen Kunstwerken. Mamis Nagellack ist auch nach dem Spülen noch da, wo er hingehört und das #outfitoftheday eine Mischung stylisch und gewollt lässig.

Wie machen die das nur?, frage ich mich nicht ohne Neid. Warum sieht das bei mir, und warum sehe ich nie so aus? - obwohl ich mich durchaus als modisch und mit einem guten Geschmack gesegnet bezeichnen würde. Die Antwort: Das wahre Leben hält mich davon ab. Besonders zurzeit, da die Schwangerschaftsübelkeit mich und meine Wohnung dahinsiechen lässt.

Da kommt mir der Aufruf der lieben Frida von 2KindChaos zur Blogparade #myrealkitchen gerade recht. Ich möchte euch aber nicht nur meine echte Küche, sondern mehr aus meinem "echten", zurzeit leider ziemlich verloderten, Leben zeigen. Also los:

Meine Küche
Meine Schwangerschaftsdiät
Mein Abendbrottisch
Meine ungeschminkte Haut
mit Falten und Kartoffelnase
Mein Outfitoftheday



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