Montag, 25. Juli 2016

Das Ende der Einschlafbegleitung

Wie ich mich das Schlafverhalten meines Kindes einmal an den Rand des Wahnsinns trieb und ich mich sanft (ehrlich, ich schwöre) von der Einschlafbegleitung verabschiedete. Mein ultimativer 10-Punkte-Plan, der ausdrücklich nicht zum Nachmachen gedacht ist. Ein Erfahrungsbericht zum Thema Kinderschlaf, nicht mehr und nicht weniger.  

Bild: www.pixabay.de

Wer von Euch fleißig mitgelesen hat, weiß, dass das Thema Schlafen bei uns (wie bei vielen Eltern) ein Dauerbrenner ist. Was anfangs problemlos klappte, entwickelte sich immer mehr zum Belastungstest der elterlichen Nerven. Schlafen ging nur noch im Elternbett, Einschlafen nur mit stundenlanger Begleitung und von Durchschlafen wollen wir mal gar nicht reden. Und das alles obwohl die Maus „doch schon 2,5, Jahre alt ist (hier empörte Blicke von Verwandten, Bekannten, Kollegen einfügen).

Mutti pennt im Mädchenzimmer

Ein Ausqurtierungsversuch scheiterte, und damit das hübsch eingerichtete Mädchenzimmer nicht ganz verlassen bleibt (wozu haben uns eigentlich die Mühe gemacht, noch vor der Geburt ein Kinderzimmer einzurichten? – wir Anfänger, wir) bin ich zwischenzeitlich dort eingezogen. Anfangs um dem Geschnarche des Mannes zu umgehen und der Schwangerschaftsübelkeit ungestört frönen zu können – mittlerweile habe ich allerdings Geschmack am Alleineschlafen gefunden. Das Ende vom Lied: Mann und Maus teilen sich das Ehebett, Mutti pennt in der rosa-roten Mädchenhölle, und die aktuelle Einschlafzeit der Maus liegt bei 21.30 Uhr. Ein Masterplan musste her und zwar schnell.

Was störte mich am meisten? Dass die Maus immer noch im Elternzimmer schläft eigentlich gar nicht mal sehr. Allerdings hätte ich sie schon gerne im eigenen Bett, da es zu dritt doch recht eng auf 160 Zentimetern Breite werden kann (und ich plane doch irgendwann aus dem Mädchenzimmer ins Elternbett zurückzukehren). Am meisten nervte mich die stundenlange Einschlagbegleitung (Beruhigungmusik, Hypnose-CD und –Geschichte zeigten leider keine Wirkung). Obwohl diese immer friedlich und ohne Gequengel ablief,nagte sie an meinen Nerven. Diese Zeit hätte ich doch gerne nur für mich gehabt. Me- Time, Freizeit, Feierband eben. Den Mittagsschlaf einfach wegzulassen funktionierte bei uns leider nur am Anfang. Sie braucht zwar auch hier ewig lange zum Einschlafen und schläft dann zu lang, weil unweckbar, aber wenn wir ihn weglassen, haben wir nachmittags ein total anstrengendes Trotz- und Quengelkind. Dann lieber Party bis Mitternacht.

Der Masterplan

Nach der Lektüre diverser Schlafratgeber war mir klar: Trainingsprogramme alà Schreienlassen (oft auch gerne als sanfte Methoden angepriesen) kommen nicht in Frage. Ich hörte auf mein Bauchgefühl und probierte es auf meine Art, die Maus zum Alleineschlafen zu animieren. Hier ist mein "Masterplan" (Achtung: ich schreibe das nicht, um zu bewiesen, wie toll alles bei uns klappt, um anderen meine „Methoden“ aufzuschwatzen oder um andere schlecht zu machen. Ich möchte ganz einfach meine Erfahrungen teilen.)

Im Nachhinein entpuppte sich mein Ansatz als (mehrmonatiger) „Stufenprogramm“. So lief es bisher ab:

  1. Step: Ich ermutigte die Maus in ihrem eigenen Bettchen zu schlafen, versprach ihr aber währende des Einschlafens ihr Hand u halten – und tat das dann natürlich auch.
  2. Step: Als das eine Weile gut klappte, sagte ich ihr, dass meine Hand weh tun würde, wenn ich sie so weit und so lange ausgestreckt in ihr Bett halten würde (keine Lüge) und schlug vor, es doch ohne Händchenhalten zu versuchen. Oh Wunder, sie willigte ein.
  3. Step: Ich rückte weiter von ihrem Bett weg
  4. Step: Ich verließ das Zimmer. Halt: So einfach klappte das leider nicht. Der Protest war groß! Zunächst gab ich vor, nur kurz was erledigen zu müssen und kehrte jedes Mal rasch zurück. Aber die Maus schlief erst ein, wenn ich mich dauerhaft neben sie legte. Also ändert ich die Taktik und ging direkt zum
  5. Step: Ich legte mich mit einem Buch ins Nebenzimmer und sagte ihr, dass ich unbedingt was lesen möchte (mittlerweile bin ich zu Netflix umgeschwenkt), ich aber in Hörweite sein und sie mich einfach rufen könne, sollte was sein. OMG! Das war bzw. ist der härteste Part. Denn dieses Angebot nahm sie nur zu gerne an. Sie rief nach mir, sobald ich außer Sichtweite war und ich trottete jedes mal brav zurück. Das ging so ca eine Trillionen Mal. Dann war Ruhe und die Maus alleine eingeschlafen. Halleluja!!
  6. Step: Das ewige Hin- und Hergerenne wurde mir irgendwann zu anstrengend, also sagte ich ihr (nachdem ich das Spiel so ca 2 Wochen mitgemacht hatte), dass ich jetzt nicht mehr sofort zu ihr komme, sondern nur noch im „Notfall“, also wenn sie Angst hat oder irgendwas dringendes von mir braucht. Ansonsten könnten wir uns ja auch von Zimmer zu Zimmer unterhalten. Ich würde aber auf jeden Fall nach ihr sehen, sobald sie eingeschlafen sei. Erstaunlicherweise klappte das sehr gut. Wir brüllten also fortan von Raum zu Raum.
  7. Step: Auch das wurde auf Dauer etwas anstrengend. Also sagte ich ihr, dass ich nicht mehr so viel reden könne, da ich selbst sehr müde sei und schlafen wolle. Das klappt mal mehr mal weniger gut. Aber immerhin muss ich jetzt nicht mehr stundenlang neben mit sitzen, sondern kann lesen oder fernsehen, habe also etwas Me-Time zurück. 
Tja, und da stehen wir jetzt. Zu mehr Schritten bin ich noch nicht gekommen. Aber vorgenommen habe ich mir noch folgende Steps (die ich aufgrund von akuter Schwangerschaftsmüdigkeit noch ein wenig vor mir herschiebe…)

8. Step: Nach unten ins Wohnzimmer gehen und fortan mit der Maus von Etage zu Etage brüllen (hat sogar schon einmal – ganz ohne brüllen – geklappt)
9. Step: Das Brüllen einstellen.
10. Step: Die Maus ins eigene Zimmer ausquartieren und meinen Platz im Ehebett zurückerobern (und das ganze Spiel vermutlich von vorne beginnen lassen… ;)



Aber vorerst bin ich mit der jetzigen Einschlafsituation ganz zufrieden – auch wenn es immer noch sehr lange dauert, bis die Maus endlich zur Ruhe kommt. Für alles andere fehlt mir momentan einfach die Kraft.

Und wie handhabt Ihr das Einschlafen so? Händchenhalten oder Schreien lassen? Oder irgendwas dazwischen? Schreibt mit Eure Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Über Lob, Tadel und Nicht-Erziehung: Meine Gedanken zum Thema Kindererziehung

Neulich in der Twitter-Bubble: eine hitzige Diskussion über unerzogene Kinder, nicht lobende Eltern und die Gefahren der Konditionierung. Die bezaubernde Mo von 2KindChaos hat dazu bereits vor einiger Zeit einen wunderbaren, nun wieder sehr aktuellen Blogpost geschrieben, den ich voll und ganz unterschreiben kann. Auch die Öko-Hippie-Rabenmutter hat dazu ihre Meinung (mehr Beiträge unten).  Nun möchte ich auch meinen Senf dazugeben.


Bild: pixabay.de
Wann ist es eigentlich aus der Mode gekommen, seine Kinder zu erziehen? Seit wann ist Loben verpönt? Und was ist so gefährlich am Bauchgefühl? Zugegeben, ich bin kein Pädagoge, Bindungsforscher oder Entwicklungspsychologe. Ich habe nicht die gesamt Jesper-Juul-Reihe auswendig gelernt, aber auch ich habe so das ein oder andere zum Thema kindliche Entwicklung und Erziehung gelesen. Und ja: ich vertraue oft auf mein Bauchefühl und "mache einfach", statt mich erst einmal schlau zu lesen. Darum kann ich den Trend zu Nichterziehung nicht ganz verstehen.

Erziehung: eine Definitionsfrage

Ich finde Erziehung wichtig und richtig. Vielleicht ist das aber auch eine Definitionsfrage. Ich verstehe unter Erziehung nicht das Ziehen des Kindes in die eine oder andere Richtung, das Dressieren von kleinen Menschen, die lernen sollen, zu funktionieren. Für mich ist Erziehung eine liebevolle Begleitung beim Heranwachsen. Es bedeutet, Raum zu geben, sich zu entwickeln und seine Persönlichkeit zu entfalten. Aber auch, hin und wieder zu lenken, die Welt zu erklären und zu zeigen, wie man in ihr klarkommt. Das beinhaltet für mich ganz klar auch ein gewisses Maß an Autorität. Ich respektiere die Persönlichkeit und die Bedürfnisse meines Kindes, aber, sich sage auch "wo es lang geht". Hey, ich bin Mutter und damit auch der Boss! Ich stelle Regeln auf und achte darauf, dass sie eingehalten werden. Denn ohne Regeln, kann keine Gesellschaft - auch nicht ihre kleinste Keimzelle, die Familie - funktionieren.

Wer ist hier der Boss?

Das bedeutet nicht, dass ich in bester Feldwebelmarnier herumkommandiere und sinnlose Gesetze aufstelle. Meine (zugegeben eher wenigen) Regeln sind flexibel, ich passe sie der Situation an und ändere sie gegebenenfalls. Und es gibt Ausnahmen. Aber dennoch habe ich (natürlich auch mein Mann) das letzte Wort. Wenn es Zeit ist, Zähne zu putzen, ist es Zeit Zähne zu putzen. Da gibt es keine Diskussionen. Und ja, manchmal bin ich auch ein bisschen oldschool. Beim Betreten der Wohnung werden die Schuhe ausgezogen, vor dem Essen die Hände gewaschen und die Wände nicht mit Filzmaler beschmiert. Wenn die Maus im Sandkasten mit der Schaufel um sich schlägt, wird die "getadelt" (oh Gott, da ist es wieder, das böse Wort). Ich zeige Grenzen auf - von Strafen im Sinne von "ohne Abendbrot ins Bett", Fernsehverbot etc. halte ich nichts. Aber es gibt Konsequenzen. Schlägt die Maus wiederholt mit der Schaufel um sich, sage ich ihr, dass sie, wenn sie nicht damit aufhört, aus der Sandkiste kommen muss, und setze das dann auch in die Tat um.

Ich lobe

Ebensowenig halte ich etwas vom "Fleißpunkte-Prinzip" ala für jede gute Tat gibt es Sternchen ins Heft, ein Lolli oder Eis etc. (Was nicht heißt, dass ich mein Kind nicht auch schon "bestochen" hätte, ich bin ja auch nur eine Mutter mit manchmal sehr dünnen Nerven). Ich finde, Kinder sollen nicht lernen, nur etwas für eine Gegenleistung zu tun. Aber: ich lobe. Und zwar nicht (vorrangig), weil ich ein gewünschtes Verhalten erzielen will (Konditionierung), sondern, weil ich es ehrlich so meine, weil ich mich freue und stolz bin auf die Leistung meines Kindes. Wenn die Maus freudestrahlend und Stolz wie Bolle mit einem selbst gemalten Bild zu mir gerannt kommt, dann kann ich einfach nicht anders: ich lobe. "Das ist aber ein schönes Bild, danke!" Und ich meine es dann genauso so. Das ist echt ein schönes Bild, mein Kind kann toll malen.

Konditionierung hin oder her

Ja, ich bin eben echt begeistert von meiner Tochter. Konditioniere ich sie jetzt damit? Bringe sich sie durch mein Loben dazu, ständig neue Bilder zu malen, um Aufmerksamkeit zu bekommen? Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich meinem Kind auch so genügend Aufmerksamkeit gebe. Und ein: "Aha interessant, was soll das denn sein, die Figur sieht mir aber gar nicht ähnlich", kommt mir zugegebenermaßen nur sehr schwer über die Lippen. Ich sehe das so wie Mo: Jeder freut sich doch über Lob. Lob ist wichtig für das Selbstvertrauen (es gibt natürlich auch noch andere Dinge, die dazu beitragen, ich weiß). Mir ist auch klar, dass ich nicht jeden Pups lautstark beklatsche und den ganzen Tag jubelnd hinter meinem Kind hinterherrenne. Gewisse Dinge sollten irgendwann eine Selbstverständlichkeit sein und müssen nicht bejubelt werden. Wenn mir mein Mutterherz aber sagt, "Das ist toll, das hat sie ganz wunderbar gemacht", dann sage ich das auch.
Übrigens: Meine Tochter weigert sich immer noch jeden Abend konsequent ihr Mündchen zum Zähneputzen aufzusperren, obwohl ich sie lobe, wenn sie es dann doch tut. In diesem Fall ist mein Lob wohl doch eine bewusste Konditionierung, die aber nicht funktioniert. Denn ja, manchmal denke ich mir natürlich auch: Lobe ich das gewünschte Verhalten, zeigt sie dies vielleicht öfter. Ist das wirklich so verwerflich?

Vielleicht habe ich ja das Prinzip der "Nicht-Erziehung" und des "Nicht-Lobens" falsch verstanden. Dann korrigiert mich bitte. Was mir aber am Herzen liegt ist folgendes: Man kann erziehen und gleichzeitig, die Persönlichkeit des Kindes achten. Man kann loben, ohne dass sich das Kind in ein berechnendes Monster verwandelt. 
Hört doch ab und zu wieder auf Euer Bauchgefühl. Und wenn Euer Mutterherz vor Stolz zu platzen scheint, weil das Kind ein krakeliges Strichmännchen zu Papier gebracht hat, dann äußert dieses Gefühl und lobt! 

Es richtet bestimmt keinen Schaden an...

Mehr Blogposts zum Thema


Dienstag, 12. Juli 2016

Familienurlaub auf Norderney

Ich möchte Euch jemanden vorstellen: meine heimliche Liebe, meine große Sehnsucht, mein Seelenheil. Hört sich dramatisch an, ich weiß. Aber wenn ich von "meiner" Insel spreche, werde ich leicht pathetisch. Die Rede ist von Norderney. Ort meiner Kindheitserinnerungen und mittlerweile für mich ein wundervolles Fleckchen Erde, um mit der eigenen Familie Urlaub zu machen. 




Seit mehr als 30 Jahren ist die kleine Perle in der stürmischen Nordsee mein Lieblingsreiseziel. Wenn ich nicht mindestens 2 Mal im Jahr hierher komme, überfällt mich schreckliches Heim- oder Fernweh, das nicht bis in meine Träume verfolgt. Ich liebe es einfach, am Flutsaum entlangzulaufen, die Wellen ans Ufer klatschen zu hören oder einfach nur auf die wogenden Wasser mit den weißen Schaumkronen zu blicken und mir dabei vom Wind den Kopf frei pusten zu lassen. 

Viele werden jetzt ungläubig mit dem Kopf schütteln und denken: Ah, das neue Sylt für die Möchtegern-Schickeria. Oder: Die Party-Insel, das Mallorca des Nordens. Ja, und alle haben in gewisser Weise Recht. Norderney hat sich über die Jahre stark verändert, es gibt mehr Luxus-Lofts, stylische Bars und schicke Boutiquen. Und ja, im Herbst überfallen die Kegel-Clubs und "Hausfrauen-Cliquen" die Insel und saufen sich durch die einschlägigen Kneipen. Aber: Norderney ist noch zu viel mehr. Es ist genügend Platz für alle da: Familienurlauber, Sauftouristen, Sonnenanbeter (ja, man kann sich hier tatsächlich knackig braun rösten). Ach ja: und ganz günstig ist es leider auch nicht. Mit 1 Woche Türkei All-In ist sicherlich billiger als ein paar Tage Inselleben.

Trotzdem möchte ich Euch N'ey heute näher vorstellen und Tipps für einen erholsamen Familienurlaub geben. Achtung: das ist keine Werbung, ich bekomme (leider) nichts aber auch gar nichts von den unten genannten Institutionen. Es handelt sich hierbei um meine ganz persönlichen Vorlieben - Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Das ist kein journalistischer Reisebericht -alle Angaben ohne Gewähr!

Wetter /Klima

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, eine Sonnengarantie gibt es hier natürlich nicht. Es ist oft stürmisch und etwas kühler als auf dem Festland. Und ja, es kann auch im Sommer regnen. Aber: meistens sind es nur kurze Schauer, es regnet sich nicht so schnell ein, denn der Wind schiebt die bösen Wolken schnell weiter (ok, ich hab auch schon - selten - Dauerregen erlebt, aber das habe ich wohl verdrängt.) Dafür ist die Luft so salzig und gesund, dass man abends todmüde (nicht toderschöpft) und zufrieden ins Bett fällt, gut schläft (auch die Kinder) und einen gesunden Appetit entwickelt, der alles noch ein bisschen besser schmecken lässt. (Also besser nichts für Dauerdiätler und Size-Zero-Kandidaten.)

Unterkunft

Meiner Meinung nach sind Familien in Ferienwohnungen auf Norderney am besten aufgehoben. Hier ist man unter sich, hat mehr Platz und muss ich an keine Essenszeiten halten. Einziges Manko: Viele Anbieter vermieten nur für mindestens eine Woche oder verlangen saftige Aufschläge. Wir buchen immer beim Norderneyer Wohnungsservice. Zuletzt waren wir im Haus Jantje Mö, Wohnung Nr 1.
Wer es etwas schicker (und etwas teurer) mag, ist im Inselloft gut aufgehoben. Hotelliebhabern (mit dem nötigen Kleingeld) empfehle ich das Kurhotel Germania.
Unterkünfte gibt es übrigens nicht nur zentral in der Stadt, sondern auch in der etwas außerhalb gelegenen Nordhelmsiedlung (ca. 5 Minuten mit dem Rad bis zur Innenstadt). Der Vorteil: Die schönsten Strandabschnitte (Nordstrand) gibt es hier, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden und zur weißen Düne (s. unten) ist es nur einen Katzensprung.

Strände
Strand an der Weißen Düne 

Die Innenstadt liegt am Weststrand (hier ist übrigens ein super Kinderspielplatz) und erstreckt sich dann weiter Richtung Nordstrand. Der Nordstrand ist mein Lieblingsstrand, er ist sehr breit, nicht zu doll bevölkert, im Hintergrund liegt eine bezaubernde Dünenlandschaft. Er fängt in etwa beim Cornelius an, ist also auch vom Zentrum in wenigen Gehminuten zu erreichen.  Je weiter man dann nach Norden geht, desto schöner wird es.

Weiter geht in den Osten, Richtung Weiße Düne. Hier ist der Strand am idyllischsten, der Sand am weißesten, alle Annehmlichkeiten eines bewachten Badestrands dennoch vorhanden: Strandkörbe, Toiletten, Duschen, Massage, Kiosk, Strandrestaurant etc. (Ok, Meinung geändert, DAS ist ein Lieblingsstrand.) Mit dem Rad ist er über den Dünenweg "Zuckerpad" in gut 10 bis 15 Minuten zu erreichen. Auch eine Wanderung am Wasser entlang lohnt sich (dauert ca. eine Stunde). Zurück kann man dann bequem mit dem Bus fahren (5 Minuten). Hin natürlich auch.
Mehr Weiße Düne


Weiter ostwärts wird der Strand dann einsamer und ursprünglicher. Hier gibt es einen großen FKK-Bereich und eine Strandsauna.





Muschelsuche am Weststrand


Aktivitäten für Kinder

Nein, keine Käfighaltung für Kinder, sondern gut gesicherte
Trampolinanlage am Piratenspielplatz
Der schönste Spielplatz ist natürlich der Strand. Die Kleinen sind beim Burgen Bauen, Muscheln Suchen und im Matsch Wühlen bestens beschäftigt. Darüber hinaus gibt es aber noch viele weitere Aktivitäten für Kinder.


  • Der Piratenspielplatz am Westrand ist ein echt liebevoller, gepflegter Spielplatz, direkt am Wasser, der Geräte für alle Altersstufen bereit hält. Dazu gibt es eine tolle Trampolinanlage  mit Popcornverkauf. 
  • Für ältere Kinder und Schwindelfreie gibt es gegenüber einen Hochseilgarten mit Kletterpark
  • Wer mal ohne Kinder was unternehmen will, kann 3- bis 11-Jährige im Spielhaus Kleine Robbe (ebenfalls am Weststrand) betreuen lassen.
  • Ist das Wetter schlecht, geht's zum Spielpark Kap Horn (indoor und outdoor), der mit der Kurkarte sogar umsonst ist.   
  • Ebenfalls eine gute Adresse bei Schietwetter: Das Badehaus. Hier befindet sich ein tolles Familienbad mit Wellengang und außerdem eine riesige Sauna- und Wellnesslandschaft. Übrigens beherbergt das Badehaus Deutschlands größtes Thalasso-Zentrum.
  • Minigolf mit Meerblick gnießt man direkt am Januskopf. (http://www.freizeitengel.de/Angebot/Duenen-Minigolf-Norderney/auswahl?p=3634)
  • Zum Ponyreiten gehts in die Reitschule Junkmann. Für Pferdefreunde hat Norderney übrigens viel zu bieten. Es gibt unzählige Reitwege in den Dünen und Strandaschnitte nur für Ross und Reiter. 
  • Mehr Tipps: https://www.norderney.de/norderney-fuer/kids.html



Restaurants 

Die Auswahl ist riesig. Hier meine Top 4.

1. Weiße Düne
Lohnt sich zu mittags, nachmittags und abends gleichermaßen. Draußen chillt man in gemütlichen Sesseln oder Strandkörben mit Blick aufs Meer und genießt tagsüber Currywurst im Glas, leichte Salate oder hausgebackene Blechkuchen. Drinnen ist der Blick aufs Meer dank Panoramafenster genauso schön. Wenn es draußen kalt ist, kuschelt es sich wunderbar am Kamin. Das Essen und die Weine sind hervorragend, die Abendkarte exzellent. Kinder haben eine extra-Karte und bekommen ein Malset zum Zeitvertreib. Abends unbedingt reservieren.

2. Milchbar
Sonnenuntergang an der Milchbar

Bestens geeignet für einen Snack am Mittag (Selbstbedienung, warme Küche nur bis 20 Uhr) oder einen Sundowner am Abend. Die Sonnenuntergänge werden hier zelebriert. Insgesamt sehr chillige Atmosphäre mit fantastischem Blick aufs Meer - drinnen wie draußen - und entspannter Lounge-Musik. Mehr Bar als Restaurant - trotzdem kindertauglich.

3. Surfcafé
Essen mit Meerblick - Surfer watching inklusive -
geht gut am Surfcafé

Auch hier wieder: Meerblick inklusive. Außerdem gibt es hier den besten Burger der Welt, den Surfburger (Norderneyer Galloway-Rind und Seeluftschinken zwischen Reibekuchen). Ich liebe auch das Frühstück. Außerdem gibt es hier gefüllte Picknick-Körbe, die man mit an den Strand nehmen kann. Auch hier ist die Atmosphäre relaxt, Kinder sind willkommen.

4. Da Sergio
Tolles italienisches Essen (mal ohne Meerblick). Viel Platz für Kinderwagen und Co. Es gibt ein eigenes Spielzimmer und natürlich extra Kinderessen. Mehr muss ich nichts sagen, oder?

Extra-Tipps:


  • Fahrräder mieten (geht echt überall, an jeder 2. Ecke befindet sich ein Rad-Laden). Es gibt wunderschöne Radwege durch die Dünen, zum Leuchtturm, am Deich erlang oder gleich einmal um die ganze Insel.
  • Strandkorb mieten (prima Windschutz)
  • Strandmuschel / Strandzelt mitnehmen, am besten im Kombi mit oberem (nur bei zu viel Wind machen die schnell schlapp)
  • niemals den Sonnenschutz vergessen (bei dem frischen Wind merkt man oft zu spät, wenn es brennt)
  • niemals die Möwen füttern (gemeingefährliche Biester)
  • Klamotten für alle Wetterlagen mitnehmen: Regenjacke, Matschhose, Gummistiefel, Windjacke, Badesachen, Sommerkleidchen...
  • nicht zu zimperlich sein: zerzauste Haare, Sand in Mund, Augen und allen anderen Körperöffnungen gehören einfach dazu...


Ich hoffe, ich konnte meine Begeisterung teilen und euch Lust auf einen Insel-Urlaub machen. Leider habe ich beim letzten Urlaub nicht so viele Fotos gemacht, da ich ja alles schon 100 Mal gesehen habe und die Idee zu diesem Reisebericht erst später entstand.

Ward Ihr schon auf Norderney, habt Ihr eine spezielle Lieblingsinsel oder einen Sehnsuchtsort? Schreibt mir Eure Erfahrungen und Meinungen gerne in die Kommentare.



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